Dealer mit Kleincomputern

Umzugsbedingtes Aufräumen lässt einen auf kiloweise Text aus mehr als 30 Jahren journalistischer Arbeit stoßen.

„Dealerorganisationen setzen beispielsweise schon Kleincomputer und mittlere Computer ein, um den administrativen Ablauf der Geschäfte zu bewätigen“, weiß Otto Leberich, Präsident einer neuen Bundesbehörde, die angetreten ist, um dem Staat und der Industrie auf dem Gebiet der Daten- und Computersicherheit einen Informationsvorsprung zu sichern.

August 1991. Eine Geschichte über das damals noch junge Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), hervorgegangen aus der BND-Zentralstelle für das Chiffrierwesen.

(Geht jetzt wie so vieles andere ins Altpapier.)

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Hier twittert die Bundesregierung

Na, das werden ja langsam immer mehr Twitter-Accounts der Bundesregierung… (hätte man ja damals nicht gedacht).

Ein Versuch einer Übersicht:

Regierungssprecher Steffen Seibert – @RegSprecher

Auswärtiges Amt (verifiziert) – @AuswaertigesAmt

Auswärtiges Amt Englisch – @GermanyDiplo

Bundesfinanzministerium (verifiziert) – @BMF_Bund

Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (verifiziert) – @BMELV_Aktuelles

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung – @BMZBund

Alle mit sehr unterschiedlich intensiver Be-Twitterung (bis auf den ältesten – den von Verteidigungsministerium/Bundeswehr: @BundeswehrRSS – aber der nimmt nur die RSS-Feeds der Bundeswehr-Webseiten auf und wird nicht gesondert bedient.)

Mal sehen, was noch kommt. Das Bundesinnenministerium vielleicht?

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Mein Ex-Freund, der Baum

Es ist Mitte Januar. Noch immer warten auf den Straßen Berlins ausgesetzte Weihnachtsbäume auf ein neues Zuhause.

Das ganze Elend hier.

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Fachbereich Seniorenbetreuung? Ihr spinnt wohl.

Die Werbung ist so lange her, dass sie nicht mal mehr bei Google zu finden ist. Eine betagte Hamburger Sängerin posierte mit den Kopfhörern eines Walkman für einen großen Unterhaltungselektronik-Händler. Die knallige Schlagzeile: Hörgerät? Ihr spinnt wohl!

Die Sängerin lebt – vermutlich – nicht mehr, um die Handelskette ist es still geworden, und auch mobile Musikabspielgeräte heißen schon lange nicht mehr Walkman. Eines hat sich allerdings nicht geändert – im Gegenteil. Noch mehr als früher denkt diese Gesellschaft und mit ihr die Politik in der Schwarz-Weiß-Schablone: Gestern noch in der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-jährigen, heute Senior 50 plus und ein Fall für den Fachbereich Seniorenbetreuung.

Irre, einfach irre, und man könnte es ja als irrelevant abtun, wenn von dem komischen – und widersprüchlichen – Verhalten der Politik nicht einiges abhinge. Diejenigen, die im Berliner Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg die Generation 50 plus an den Fachbereich Seniorenbetreuung abschieben, sind vermutlich in einer der Parteien, in deren Spitze über die die Rente mit 67 und ähnliches diskutiert wird. Jeder auf seiner Ebene so, wie es ihm, den Rentenkassen und ähnlichen öffentlichen Einrichtungen passt.

Für Berufssoldaten, zugegeben eine von der Zahl kleine Gruppe, hat sich das Verteidigungsministerium da was ausgedacht: Das Altersband 3, militärisches Gegenstück zur Generation 50+, beginnt… genau: mit 50 Jahren. Ab diesem Alter sollen die Militärs sofort in Rente gehen können – und die Pension bekommen, die sie auch bekämen, wenn sie bis zum Dienstzeitende in Uniform blieben.

Das ist – zum Teil – nachvollziehbar; der 60-jährige Infanterieoffizier, der durchs Gelände stürmt, ist ähnlich schwer vorstellbar wie der immer wieder zitierte Dachdecker, der mit 63 auch nicht mehr den Dachstuhl erklimmen kann. Der eine wird, nicht unbedingt schlecht versorgt, mit seinem vollen Ruhegehalt in Pension geschickt, der andere muss erhebliche Abschläge von seiner Rente hinnehmen, wenn er vor Erreichen der Altersgrenze – 65? 67? vielleicht demnächst 69? – in den Ruhestand geht oder gehen muss. Das ist die öffentlich gesteuerte Versorgungs-Seite: je nach Bedarf und Kassenlage wird ausgeteilt oder genommen.

Auf der anderen steht der 54-jährige, den ein Freund in einem Konzern neulich unbedingt für seine Abteilung haben wollte: mit seinen Kenntnissen und seinem Lebenslauf passten alle Anforderungen genau auf ihn. Doch die Personalverwaltung lehnte ab. Mit 54 werde keiner mehr eingestellt.

Was will diese Gesellschaft eigentlich? Den immer fitten Senior? Der aber, leider, leider mit gekürzter Rente durchs Leben humpeln soll? Das passt alles nicht zusammen.

Vielleicht nervt mich das ja alles auch nur, weil ich mittlerweile nach der Klassifizierung des Berliner Bezirksamts Tempelhof-Schöneberg Senior 50+ bin. Noch ein paar Jahre Arbeit vor mir habe und auch haben will. Und mich wahrlich nicht als Klientel des Fachbereichs Seniorenbetreuung empfinde. Was für ein Menschenbild steckt bei den ganzen Irren eigentlich dahinter?

 

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Jahreswechsel 2011: Blick nach Kreuzberg

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Medienkonvergenz? War was?

Ich reibe mir ein wenig die Augen, wenn ich die Sperrfrist-Anweisungen des Bundespresseamtes zur Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin lese:

BITTE DIE SPERRFRISTEN BEACHTEN! Es gilt das gesprochene Wort!

Zeitungen:
Frei für Samstagsausgaben der Tageszeitungen

Agenturen/ Online-Redaktionen:
Sperrfrist: 31. Dezember 2011, 00.00 Uhr

Hörfunk:
Zitate frei ab 31. Dezember 2011, 00.00 Uhr
O-Töne im Ausschnitt frei ab 31. Dezember 2011, 12.00 Uhr
Ansprache in voller Länge frei ab 31. Dezember 2011, 18.00 Uhr

Fernsehen:
Ausschnitte bis 2 Minuten Sendedauer für Nachrichtensendungen
frei ab 31. Dezember 2011, 13.00 Uhr
Ansprache in voller Länge frei ab 31. Dezember 2011, 18.00 Uhr

Also, Kollegen. Um euch das mal zu erklären:

Für Online-Redaktionen gilt die Sperrfrist 31. Dezember 00.00 Uhr. Da kann dann eine Webseite den kompletten Text der Ansprache veröffentlichen.

Allerdings, und da ist dieses Internet tückisch, kann man online nicht nur Texte veröffentlichen. Sondern auch Audio und Video, also das, was man im herkömmlichen Sprachgebrauch eher als Radio und Fernsehen bezeichnen würde.

Ins Internet könnte ich also ebenfalls am 31. Dezember um 00.00 Uhr den kompletten O-Ton der Ansprache stellen. Die Radiokollegen dürfen das erst um 12 Uhr mit Ausschnitten, ab 18 Uhr in voller Länge.

Im Internet könnte ich zudem auf meiner (journalistischen) Webseite das Video am 31. Dezember um 00.00 Uhr komplett einstellen. Die Kollegen vom Fernsehen dürfen erst ab  13 Uhr Ausschnitte bis zwei Minuten senden, ebenfalls ab 18 Uhr in voller Länge.

Mal ganz davon abgesehen, dass ich den ganzen Wortlaut schon am 31. Dezember morgens in meiner Zeitung nachlesen kann.

Irgendwie passt das doch nicht. Oder?

Nachtrag: der ZDF-Kollege Nick Leifert hat das auch so gesehen und kurz nach Mitternacht Auszüge der Rede getwittert: Weiterlesen

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Ausgeflattrt: Nur was für Amateure – oder Großverdiener

Flattr ist eine tolle Idee. Ein Micropayment-System, mit dem ich eine bestimmte, vorher von mir festgelegte Summe verteile. An Webseiten, die mir gefallen, an Autoren, die ich unterstützen will, an Projekte, Einzelpersonen, Blogger, Journalisten, Musiker, Künstler… An jeden, der im Internet agiert.

So weit die Theorie. In der Praxis, das ist mir nach einem Jahr klar, ist Flattr etwas für Hobby-Blogger, Privat-Autoren, die sich nach Anerkennung sehnen. Oder für Großverdiener, denen es gelingt, mit diesem System so viele Interessenten zur Zahlung zu bewegen, dass die horrenden Transaktionskosten einfach keine Rolle mehr spielen.

Ich will das mal versuchen zu erklären, nach diesem einem Jahr, in dem monatlich so zwischen 13 und 30 Euro auf mein Flattr-Konto gespült wurden. Was keine dollen Summen sind, aber auch nicht nix – da haben ja schon Leute bewusst entschieden, dass sie für meine Leistung im Internet Geld geben wollen, auch wenn es nur ein geringer Betrag ist. Nun ist vor allem die Leserschaft meines Verteidigungs-Blogs Augen geradeaus!, das darf ich wohl so sagen, insgesamt weniger Flattr-affin als die Fans von IT- und ähnlichen Blogs… Und dennoch haben da einige ihr Geld für meine Webseite eingesetzt. Was ich zu schätzen weiß.

Aber schauen wir mal in die Einzelheiten:  Nehmen wir als Rechenbeispiel eine fiktive Summe von 100 Euro, die über den Flattr-Button auf meiner Seite an mich gezahlt wurde. Und schauen wir uns diese 100 Euro näher an – aus der Perspektive eines publizierenden Menschen, der beruflich ins Internet schreibt.

Für mich als hauptberuflichen Journalisten wird auf meine publizistische Arbeit Mehrwertsteuer fällig, allerdings der ermäßigte Satz von sieben Prozent. Heißt im Klartext: Aus steuerlicher Sicht setzen sich unsere angenommenen 100 Euro aus 93,46 Euro Honorar und 6,54 Euro Mehrwertsteuer zusammen. Die ich bei dem, was bei mir ankommt, schon mal runter rechnen muss.

Flattr ist allerdings das relativ egal, wenn es um die Gebühren – oder müsste man sagen: Provision? – geht, die der Micropayment-Dienst einstreicht. Jeweils zehn Prozent von allem Geflattrten: Das macht auf die genannten 100 Euro dann zehn Euro, bitte.

Hinzu kommen als nächstes  zwei Euro im Monat, die ich wiederum selbst verflattre. Eigentlich eine gute Idee, die auf der Gegenseitigkeit dieses Dienstes beruht(e) – und deswegen habe ich bislang auch nicht ernsthaft versucht, diese Zahl auf Null zu setzen, obwohl das inzwischen gehen soll. Also: noch mal zwei Euro runter.

Und dann möchte ich das Geld, das mir andere via Flattr zukommen ließen, vielleicht auch mal nutzen. Dazu muss ich es von diesem Dienst wo anders hin transferieren. Und dafür brauche ich, bislang jedenfalls, andere Web-Einrichtungen als Mittelsmänner: direkt auf mein Girokonto kann ich es nicht überweisen. Gehe ich über PayPal, die einfachste Möglichkeit, bin ich wieder Geld los: zwei Prozent der zu transferierenden Summe. Da muss ich die 100 Euro zu Grunde legen, auf die muss ich ja auch die Mehrwertsteuer abführen. Und bin mit zwei Euro Gebühren für das Abheben bei Flattr dabei.

Wenn ich zusammenrechne: 100 Euro, so unser fiktives Beispiel, haben meine Leser mir zukommen lassen.

Davon gehen ab: 10 Euro Flattr-Gebühren. 6,54 Euro Mehrwertsteuer. 2 Euro monatliche Flattr-Kosten. Und weitere 2 Euro Flattr-Transaktionsgebühr beim Abheben.

Macht unterm Strich… 20,54 Euro. Von den 100 Euro bleiben mir also 79,46 Euro – ein gutes Fünftel weniger als das, was meine Leser mir zukommen lassen wollten. Und zwar bevor (!) ich meine Einkommenssteuer, Kranken- und Sozialversicherung bezahlt habe. Als Bruttogehalt, gewissermaßen.

Keine richtig gute Relation, oder? Klar, hätte ich jeden Monat Flattr-Einnahmen von, sagen wir, mehreren tausend Euro, würde ich abwägen – die dafür nötigen Transaktionskosten gegen den Verlust dieser Einnahmen insgesamt.

Doch bei maximal 30 Euro als Einnahmen für professionelle Tätigkeit? Und bei einem Unternehmen, das wie die Bank immer gewinnt? Das bringt’s doch nicht. Schon gar nicht angesichts des damit verbundenen Aufwandes bei der Umsatzsteuervoranmeldung.

Ich will nicht unfair sein: Die Idee hinter Flattr ist gut. Aber eigentlich nur was für Amateure – oder Großverdiener. Für sonstige professionelle Urheber macht es einfach keinen Sinn. Zum Jahresende lösche ich meine Flattr-Buttons und löse den Account auf.

Nachtrag: Fun Fact: Das ist jetzt – keine zwei Stunden nach der Veröffentlichung – mein meist geflattrter Blogeintrag…

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Noch mehr Orte, noch mehr Bilder

Auf meinem Drittblog Fotoblog Orte/Places (Motto: Been there, done that, have taken a photograph) gibt’s neue Bilder von interessanten Orten.

 

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Dokumentation: Bundespressekonferenz zum Rechtsextremismus

Es ist nicht meine journalistische Kernkompetenz (deshalb auch ein Post hier auf WiegoldZwo), aber zur Dokumentation stelle ich das gerne ein: Nach der heutigen Konferenz der Innen- und Justizminister von Bund und Ländern zu Rechtsextremismus und den so genannten Döner-Morden gab es heute eine Bundespressekonferenz dazu.

Hier – als Audio, Abschrift gibt es vermutlich nicht – die Statements von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich und Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger; im zweiten Teil die Stellungnahmen des hessischen Innenministers Boris Rhein (als Vorsitzender der Innenministerkonferenz) und des neuen Generalbundesanwalts Harald Range.

Bundespressekonferenz Rechtsextremismus – 1

Bundespressekonferenz Rechtsextremismus – 2

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Die größte Banane der Welt

Die von Sascha Lobo angestoßene Diskussion über den Realitätsverlust in der PR-Branche hat lustige Diskussionen ausgelöst – leider bislang nur, so weit ich das sehen konnte, in der Branche selbst. Deshalb ein paar verärgerte Anmerkungen von einem der desinteressierten Journalisten.

In den 1990er Jahren des vergangenen Jahrtausends, als deutsche Bundespolitik noch in Bonn gemacht wurde, saß ich in meinem Nachrichtenagenturbüro und bekam diesen Anruf:

Anruferin (der Stimme nach blond): Guten Tag, mein Name ist XX von der Agentur XY. Ich wollte fragen, ob sie nächste Woche zu unserer Präsentation kommen?

Ich (noch höflich): Wir haben immer sehr viele Einladungen. Worum handelt es sich?

Anruferin: Wir stellen am Rheinufer die größte Banane der Welt vor. Kommen Sie zu dem Event? Weiterlesen

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