Die „Süddeutsche“ und das Internet? Scheitert schon an E-Mails

Dieses Foto entstand in München – also eine recht hohe Wahrscheinlichkeit, dass es sich um Exemplare der Süddeutschen Zeitung handelt (Foto © Thomas Wiegold)

Manche Dinge kann man sich nicht ausdenken.

Angesichts der aktuellen Debatte um das Leistungsschutzrecht wollte ich mal nachschauen, wie die großen Zeitungen derzeit mit Verlinkungen und Zitaten umgehen und welche Regeln sie dafür setzen.

Bei der Süddeutschen Zeitung fand ich recht eindeutige Angaben:

Einfaches Zitieren unserer Texte ist immer erlaubt, solange sich die Länge des Zitats im Rahmen hält. Drei Sätze plus Überschrift und Vorspann halten wir dabei für eine gute Grenze.
(…)
Nur wenn Sie mit dem Zitat Werbung machen oder es gewerbsmäßig an Dritte weitergeben wollen, fragen Sie uns bitte erst unter zitat@sz.de an.

Nun bin ich kein Jurist, und so hatte ich dazu noch Nachfragen. Die habe ich, so steht es ja im Text, ordentlich per E-Mail an zitat@sz.de gerichtet.

Binnen Minuten kam die Antwort. Automatisch generiert:

Fehler bei der Nachrichtenzustellung an folgende Empfänger oder Gruppen:
zitat@sueddeutsche.de
Ihre Nachricht kann nicht übermittelt werden, weil die Übermittlung an diese Adresse eingeschränkt ist.

Hm. Merkwürdig. Per Twitter habe ich die Süddeutsche darauf hingewiesen, und auch da kam eine prompte Antwort:

@thomas_wiegold Entschuldigung, da haben wir nicht den richtigen Redirect eingerichtet. Danke für die Anmerkung. Jetzt müsste es gehen.

Das ist Service! Also gleich die Mail noch mal losgeschickt.

Auch da kam schnell eine Rückmeldung:

Fehler bei der Nachrichtenzustellung an folgende Empfänger oder Gruppen:
zitat@sueddeutsche.de
Ihre Nachricht kann nicht übermittelt werden, weil die Übermittlung an diese Adresse eingeschränkt ist.

Tja. Ist wohl doch nicht so einfach mit Holzmedien und diesem Internet. Vielleicht gibt es ja auch eine nicht existente Telefonnummer für Rückfragen.

(Damit kein Missverständnis aufkommt: Ich halte den Journalismus der Süddeutschen Zeitung für mit das beste deutsche Angebot. Nur das mit dem Internet, das müssen sie noch üben.)

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Über wiegold

Thomas Wiegold
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6 Antworten zu Die „Süddeutsche“ und das Internet? Scheitert schon an E-Mails

  1. Stefan Plöchinger schreibt:

    Keep calm — Techniker dürfen auch mal Fehler machen, oder?

    • wiegold schreibt:

      Klar doch. Der Eintrag mit der genannten Mailadresse ist aber schon vom August… seitdem hat keiner das gemerkt? Abgesehen davon, dass es via Twitter hieß „jetzt müsste es gehen“…

  2. kaltmamsell schreibt:

    War wahrscheinlich nur eine kleine Zeitreise: Anfang des Jahrtausends funktionierten die E-Mail-Adressen vieler deutschen Medien per White-List, es kamen also nur Mails von freigegebenen Absenderadressen durch.

  3. kaltmamsell schreibt:

    Und von wegen Techniker/Fehler: Ihr Blog, Señor Wiegold, läuft noch auf Sommerzeit, *hüstel*.

  4. ahafriedl schreibt:

    Mittlerweile funktioniert die Mailadresse zitat@sz.de oder auch zitat@sueddeutsche.de

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