Ausgeflattrt: Nur was für Amateure – oder Großverdiener

Flattr ist eine tolle Idee. Ein Micropayment-System, mit dem ich eine bestimmte, vorher von mir festgelegte Summe verteile. An Webseiten, die mir gefallen, an Autoren, die ich unterstützen will, an Projekte, Einzelpersonen, Blogger, Journalisten, Musiker, Künstler… An jeden, der im Internet agiert.

So weit die Theorie. In der Praxis, das ist mir nach einem Jahr klar, ist Flattr etwas für Hobby-Blogger, Privat-Autoren, die sich nach Anerkennung sehnen. Oder für Großverdiener, denen es gelingt, mit diesem System so viele Interessenten zur Zahlung zu bewegen, dass die horrenden Transaktionskosten einfach keine Rolle mehr spielen.

Ich will das mal versuchen zu erklären, nach diesem einem Jahr, in dem monatlich so zwischen 13 und 30 Euro auf mein Flattr-Konto gespült wurden. Was keine dollen Summen sind, aber auch nicht nix – da haben ja schon Leute bewusst entschieden, dass sie für meine Leistung im Internet Geld geben wollen, auch wenn es nur ein geringer Betrag ist. Nun ist vor allem die Leserschaft meines Verteidigungs-Blogs Augen geradeaus!, das darf ich wohl so sagen, insgesamt weniger Flattr-affin als die Fans von IT- und ähnlichen Blogs… Und dennoch haben da einige ihr Geld für meine Webseite eingesetzt. Was ich zu schätzen weiß.

Aber schauen wir mal in die Einzelheiten:  Nehmen wir als Rechenbeispiel eine fiktive Summe von 100 Euro, die über den Flattr-Button auf meiner Seite an mich gezahlt wurde. Und schauen wir uns diese 100 Euro näher an – aus der Perspektive eines publizierenden Menschen, der beruflich ins Internet schreibt.

Für mich als hauptberuflichen Journalisten wird auf meine publizistische Arbeit Mehrwertsteuer fällig, allerdings der ermäßigte Satz von sieben Prozent. Heißt im Klartext: Aus steuerlicher Sicht setzen sich unsere angenommenen 100 Euro aus 93,46 Euro Honorar und 6,54 Euro Mehrwertsteuer zusammen. Die ich bei dem, was bei mir ankommt, schon mal runter rechnen muss.

Flattr ist allerdings das relativ egal, wenn es um die Gebühren – oder müsste man sagen: Provision? – geht, die der Micropayment-Dienst einstreicht. Jeweils zehn Prozent von allem Geflattrten: Das macht auf die genannten 100 Euro dann zehn Euro, bitte.

Hinzu kommen als nächstes  zwei Euro im Monat, die ich wiederum selbst verflattre. Eigentlich eine gute Idee, die auf der Gegenseitigkeit dieses Dienstes beruht(e) – und deswegen habe ich bislang auch nicht ernsthaft versucht, diese Zahl auf Null zu setzen, obwohl das inzwischen gehen soll. Also: noch mal zwei Euro runter.

Und dann möchte ich das Geld, das mir andere via Flattr zukommen ließen, vielleicht auch mal nutzen. Dazu muss ich es von diesem Dienst wo anders hin transferieren. Und dafür brauche ich, bislang jedenfalls, andere Web-Einrichtungen als Mittelsmänner: direkt auf mein Girokonto kann ich es nicht überweisen. Gehe ich über PayPal, die einfachste Möglichkeit, bin ich wieder Geld los: zwei Prozent der zu transferierenden Summe. Da muss ich die 100 Euro zu Grunde legen, auf die muss ich ja auch die Mehrwertsteuer abführen. Und bin mit zwei Euro Gebühren für das Abheben bei Flattr dabei.

Wenn ich zusammenrechne: 100 Euro, so unser fiktives Beispiel, haben meine Leser mir zukommen lassen.

Davon gehen ab: 10 Euro Flattr-Gebühren. 6,54 Euro Mehrwertsteuer. 2 Euro monatliche Flattr-Kosten. Und weitere 2 Euro Flattr-Transaktionsgebühr beim Abheben.

Macht unterm Strich… 20,54 Euro. Von den 100 Euro bleiben mir also 79,46 Euro – ein gutes Fünftel weniger als das, was meine Leser mir zukommen lassen wollten. Und zwar bevor (!) ich meine Einkommenssteuer, Kranken- und Sozialversicherung bezahlt habe. Als Bruttogehalt, gewissermaßen.

Keine richtig gute Relation, oder? Klar, hätte ich jeden Monat Flattr-Einnahmen von, sagen wir, mehreren tausend Euro, würde ich abwägen – die dafür nötigen Transaktionskosten gegen den Verlust dieser Einnahmen insgesamt.

Doch bei maximal 30 Euro als Einnahmen für professionelle Tätigkeit? Und bei einem Unternehmen, das wie die Bank immer gewinnt? Das bringt’s doch nicht. Schon gar nicht angesichts des damit verbundenen Aufwandes bei der Umsatzsteuervoranmeldung.

Ich will nicht unfair sein: Die Idee hinter Flattr ist gut. Aber eigentlich nur was für Amateure – oder Großverdiener. Für sonstige professionelle Urheber macht es einfach keinen Sinn. Zum Jahresende lösche ich meine Flattr-Buttons und löse den Account auf.

Nachtrag: Fun Fact: Das ist jetzt – keine zwei Stunden nach der Veröffentlichung – mein meist geflattrter Blogeintrag…

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Über wiegold

Thomas Wiegold
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40 Antworten zu Ausgeflattrt: Nur was für Amateure – oder Großverdiener

  1. rmorizland schreibt:

    Die Probleme die Du beschreibst, sind doch größtenteils nicht flattr-abhängig. Provisionen wirst Du bei allen Micropayment-Diensten in dieser Höhe zahlen müssen. Mindestens.

    Ich lese Dein Blog bisher nicht und ich möchte nicht, dass Du damit aufhörst, aber wenn Du mit flattr nicht genug Einnahmen hast, dann musst Du dein Geschäftsmodell wechseln, nicht den Payment-Anbieter…

    In einem recht überschaubaren, deutschsprachigen Markt, ist es utopisch anzunehmen, dass tausenden Blogger davon leben werden können. Selbst die von Dir angesprochenen „IT-Blogs“ und Podcasts bzw deren Betreiber leben nicht ausschliesslich davon. Frag mal Holgi.

  2. Luke schreibt:

    Hallo Thomas
    Dies ist leider so. Richtig Geld verdienen kann man mit Flattr wirklich nur wenn man regelmässig (ggf. auch einmalig) sehr viel geflattert wird. Es scheint auch ein bisschen so, als ob Flattr sich eher zum Bezahlwerkzeug in der Podcastszene etablieren würde. Ansonsten muss man es einfach als Spass ansehen. Ich krieg ein paar Euro und verteile diese auch wieder..
    Luke

  3. fourweb schreibt:

    Ich kenne da einen glaube ich der damit ganz gute Erfolge erzielt.
    …endet mit ‚love‘.

    Ich denke man sollte sich auch Zeit geben eine Community zu bilden.

  4. wiegold schreibt:

    @rmorizland
    flattr ist nicht mein Geschäftsmodell, sondern sozusagen ein add-on, um verschiedene Wege auszuprobieren. Und meine flattr-Einnahmen sind, wie ich offen gelegt habe, minimal. Deswegen die simple Schlussfolgerung: Es rechnet sich für mich nicht, und dann lasse ich es eben. (Nebenbei: ich schätze die Zahl der umsatzsteuerpflichtigen flattr-Nutzer recht gering…)

    @fourweb
    Yep, den kenne ich auch, und der hat kräftige flattr-Zahlen. Aber das ist doch genau das, was ich versucht habe zu beschreiben: Ab einer bestimmten Größenordnung macht es wieder Sinn. Bei Kleinerträgen ist es sinnlos (das dürften die meisten sein…)

  5. MrMasuka schreibt:

    Die Thematik „Ausgeflattrt“ trifft man nun also auch hier an und finde es durchaus interessant, dass sich Beiträge zu diesem Thema aktuell sehr häufen.
    Dass Flattr aus vielerlei Gründen nicht den Erfolg hat den man (also zumindest ich) sich vielleicht wünschen würde, um durch Kleckerbeträge manch geschätzten Kreativen eine kleine Belohnung zukommen lassen, finde ich absolut legitim. Ich finde es auch gut und wichtig, dass man deutlich macht, warum man sich für oder gegen Flattr entscheidet und welche Fehler/Schwierigkeiten etc. vorhanden sind um diese ggf. durch Flattr selbst beheben zu können.
    Die hier aufgestellte Rechnung finde ich allerdings etwas unfair, da Flattr PayPal lediglich als Option anbietet (einen Rant über PayPal erspare ich mir an dieser Stelle) und auch nichts für unser Mehrwertsteuersystem kann. Dass am Ende nicht die Summe ankommt, die man eigentlich gerne hätte und dass Flattr hier einfach generell zu wenig genutzt wird… ja, das kann ich nachvollziehen und verstehe daher auch die Entscheidung. Wenn allerdings von dem hier angeprangerten verlorenen fünftel der Spenden wiederum ein Anteil von rund 40% völlig unabhängig von Flattr nicht direkt ausgezahlt wird, dann sollte dies nicht Argument gegen Flattr genutzt werden.

    • wiegold schreibt:

      @MrMasuka
      Es geht mir nicht primär darum, Flattr als Modell anzulasten, dass es so keinen Sinn macht, und dass Flattr nichts für das Mehrwertsteuersystem kann, ist mir auch klar. Aber ich wollte die Gesamtrechnung aufmachen (ich vermute, dass dem überwiegenden Teil der Flattrer, sowohl der aktiven wie der passiven, die Sache mit der Mehrwertsteuer schnurzegal ist). Und darüber hinaus: Flattr kassiert immer pauschal zehn Prozent und damit mehr als PayPal (über die man in der Tat einiges sagen könnte). Als Abhebe-Option wird nur PayPal oder Moneybookers angeboten, einfach das auf mein Bankkonto transferieren lassen kann ich es nicht… Und so kommt es halt zu dem Gesamtbild.

  6. Jan Michalowsky schreibt:

    Ich gebe dir recht, dass sich der Aufwand beim Bloggen, wenn man das auf professioneller Ebene macht, nicht rentiert. Der Weg des Kapitals, den es nehmen muss bis es auf deinem Konto ist, ist derzeit beschissen. Ich habe aber noch die Hoffnung, dass das in Zukunft besser wird wenn die Zwischenhändler verschwinden. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Ansonsten sehe ich in Flattr, wie du, einen Schritt in die richtige Richtung. Neben Spenden zeigen flattr’s viel präziser ob dich Menschen unterstützen. Ein ‚+1‘ oder ‚i like‘ ist schnell gedrückt. Sobald Geld dabei ist denken die Leute genauer drüber nach. Und neben Bloggen gibt es sehr viele tolle Projekte den diese Spenden weiterhelfen. Spezialisierte Blog’s haben imho zu wenig Leser als dass es sich rentiert. Bei Podcasts wird es auch nicht reichen. Ein professioneller Starcraft 2 Replay Caster der 3 mal am Tag 30:00min Spiele kommentiert kommt auch nur mit zusätzlicher Werbung und Sponsoren klar. In einem stimme ich dir nicht zu. Nämlich das die Professionalität eines Blogs etwas mit Quantität zu tun hat. Auch ein Hobby Blogger kann einen hoch professionellen Blog betreiben.

    • wiegold schreibt:

      @Jan
      Das ist ein Missverständnis: Natürlich kann auch ein Hobby-Blogger ein hoch professionelles Blog betreiben, gar keine Frage. Der Unterschied ist, dass der Hobby-Blogger einen anderen Brotberuf hat. Mein Brotberuf ist der Journalismus, und das Blog betreibe und betrachte ich als einen Vertriebsweg meiner journalistischen Arbeit – mit allem Drumrum wie Steuern zahlen 😉

    • Der Argumentation, dass man den Flattr-Button überlegter nutzt als ein „+1“ oder „Like“ vermag ich nicht zu teilen.
      Die Summe, die man vergibt legt man vorher fest und sie ändert sich auch nicht durch die Zahl der Klicks. somit ist es für als Flattrnden finaziell ziemlich egal, ob ich einmal oder fünfhundertmal klicke. Genau wie bei „+1“ oder „Like“.
      Der von beschriebene Effekt würde nur eintreten, wenn man pro Klick eine fixe Summe zählen würde. Aber genau da hat ja Flattr einen anderen Ansatz.

  7. Andreas Moser schreibt:

    Wie wäre es mit einer Firewall? 🙂

  8. Abacus schreibt:

    Deine Rechnung ist falsch rum. Von den 100 Euro geht erst die Gebühr von Flattr und dein eigenes Geflattr ab. An Paypal gehen damit dann vielleicht noch 1,80 und von dem was dann auf deinem Konto eintrifft zahlst du x % Steuern. Was mich aber wirklich wundert ist das Journalisten in deiner Rechnung keine Einkommenssteuer und Sozialabgaben zahlen?

    • wiegold schreibt:

      Abacus,
      Lesen hilft: Die Einkommensteuer und die Sozialabgaben gehen, wie ich geschrieben habe, von den 79,46 Euro ab, die dann bei mir ankommen. (Verfügbar ist für mich also unterm Strich noch weniger.) Die Umsatzsteuer wird nicht auf das fällig, was nach Abzug der Gebühren ankommt, sondern auf die geflattrte Summe. Insofern ist Deine Rechnung falsch rum.

      • Bernd von K. schreibt:

        Wie bereitzs kommentiert, sind die Aufwendungen für flattr vom mehrwertsteuerpflichtigen Betrag abzuziehen bzw. vorsteuerfähig. Voraussetzung für qualifiziertes Gejammere ist die korrekte Darstellung der Faktenlage.

        • wiegold schreibt:

          Na, dann machen wir doch mal eine korrekte Darstellung.

          Wenn auf meinem Konto ein normales Honorar eingeht, kann ich auch nicht erst die Bankgebühren abziehen, ehe ich die dafür geltende Mehrwertsteuer berechne. Bei Flattr kann ich das, entnehme ich dem Kommentar?

          Sollte ich da falsch liegen? Vorraussetzung für die qualifizierte Kritik ist ebenfalls die korrekte Darstellung der Faktenlage.

          • Ralf schreibt:

            Du kannst als Gewerbetreibender die Flattr-Kosten als Betriebsausgabe von der Steuer absetzen. In sofern stimmt die Aussage das du real nicht 10% Flattr-Kosten hast, sondern, sagen wir mal, „nur“ 6%. Das gleiche gilt für PayPal-Gebühren, was dir am Jahresende wieder ein paar Euro auf die 79kommaetwas drauf spült. Leider ist weder das deutsche noch ausländisches Steuerrecht derart einfach, dass man nur abziehen muss um ein Ergebnis zu bekommen.

  9. Anon schreibt:

    Ich hoffe das klingt nicht zu harsch, aber alles was ich raus lese ist „Scheisse, mein Content ist meinen Lesern nicht genug wert und selbst flattr hat nicht geholfen“. Niemand garantiert dass man von dem Service auch nur ansatzweise leben kann. Es ist ein virtueller Hut wo andere sich mit ihrem Kleingeld bedanken können (= flattered). Deine Grundversorgung musst du dir nebenbei schon wo anders suchen. Und falls du die nicht hast müsstest du in deinem 100 Euro Beispiel auch keine Steuern zahlen.

    Und zu „Deswegen die simple Schlussfolgerung: Es rechnet sich für mich nicht, und dann lasse ich es eben.“ Das stimmt aus finanzieller Sicht nur wenn du weniger als 2 Euro einnehmen würdest. Alles andere ist: „Das ist mir nicht profitabel genug.“

    Wünsche dir ein paar ertragreiche letzte Tage mit flattr und spendablere Leser für nächstes Jahr!

  10. wiegold schreibt:

    Hm. Es ist schon überraschend, wie gereizt hier manche reagieren…

    Also: Natürlich rechne ich nicht damit, dass via flattr mein gesamtes Einkommen reinkommt. Es ist, das habe ich deutlich gemacht, eine zusätzliche Einnahmequelle. Sonst würde übrigens auch keine Umsatzsteuer fällig, dafür gibt es einen bestimmten Schwellenwert pro Jahr….

    Überhaupt scheint den meisten das mit der Umsatzsteuer nicht klar zu sein. Auf meine flattr-Einnahmen wird Mehrwertsteuer fällig, die ich ans Finanzamt abführen muss. Und das zusammen mit den flattr-Gebühren führt zu der Einschätzung, dass es sich nicht rechnet (meinetwegen auch: nicht profitabel genug).

    Das ist meine persönliche Einschätzung aufgrund der für mich maßgeblichen Umstände. Your mileage may vary, das ist dann aber nicht meine Sache.

    • Anon schreibt:

      Ich glaube ich kanns immer noch nicht so 100%ig nachvollziehen – aber ich würde gern. Darum vielleicht folgende Frage: Was hätte deiner Meinung nach passieren müssen damit du das flattr Experiment als erfolgreich empfunden hättest? (Weniger Gebühren? Mehr User? Mehr Cash pro User? Keine Versteuerung?)

      Deinen Antworten nach hast du ja für jeden dieser Schritte/Limitierungen Verständnis. Aber das Gesamtkonzept kritisierst du auch nicht: “ Es geht mir nicht primär darum, Flattr als Modell anzulasten,“

      Wie hätte jetzt eine positive Erfahrungen für einen nicht-Amateur und nicht-Großverdiener ausgesehen?

      • Ich finde gar nicht, dass Herr Wiegold hier jammert. Er beschreibt – recht objektiv wie ich finde – wie sich seine Einnahmen (und Abzüge) zusammensetzen.
        Anschließend macht er die Rechnung „Eingenommenes Geld / aufgewendete Zeit“ auf und das Ergebnis ist *ihm persönlich* zu schlecht, um Flattr weiter anzubieten.
        Das ist eine vollkommen legitime Sichtweise, die er sich als Selbstständiger zu eigen machen muss! Genau wie ein Arbeitnehmer nicht für 5 Euro brutto die Stunde arbeiten will, so will es ein Selbstständiger auch nicht.
        Insofern kann ich den gereizten Ton überhaupt nicht nachvollziehen.
        Und dass Flattr auch Geld verdienen will/muss, scheint er mir auch nicht zu kritisieren. Es ist halt so im Kapitalismus und man muss den Standpunkt des jeweils anderen halt auch mal akzeptieren können.

  11. opalkatze schreibt:

    Das Kardinalproblem liegt in dem geringen ‚Umlaufvermögen‘. Um überhaupt eine kritische Masse zu erreichen, müssten ein paar Große mitziehen – vorzugsweise Verlage. Denen müsste man aber doch dieses Modell zumindest zur Ansicht mal schmackhaft machen können? Wir sind doch viele.

  12. Pingback: Flattr kommt einfach nicht in Schwung « … Kaffee bei mir?

  13. H. Wilker schreibt:

    Das „Rechnet sich nicht“ kann ich aus kaufmännischer Sicht nicht nachvollziehen. Schließlich kommt für (fast?) keinen zusätzlichen Aufwand ein positives Ergebnis beim Flattr-Knopf heraus, oder übersehe ich da etwas? Also erhöht der Flattr-Knopf erst einmal den Deckungsbeitrag eines Blog-Beitrags.

    Das Argument „rechnet sich nicht“ würde kaufmännisch dann zutreffen, wenn Du sowas sagst wie: „Der Aufwand, den ich für Flattr-spezifische (!) USt-Voranmeldung und Flattr-Verwaltung habe, ist höher als das, was – nach Abzug aller weiteren Kosten – dabei herauskommt“. Ich vermute, dass Du das auch meinst. Diese Transaktionskosten spielen bei vielen Hobbybloggern eher keine Rolle, da man sich über jeden Cent freut und eben nicht kaufmännisch rechnen muss.

    Das MWSt-Argument hat in diesem Zusammenhang allerdings tatsächlich nichts verloren – schließlich ist jeder Endkunden-Preis ein Bruttopreis einschließlich MWSt. MWSt sind keine Transaktionskosten (die MWSt-Buchhaltungskosten dagegen schon). Ein selbständiger Journalist ist da nichts Besonderes. Ich vermute, dass es noch recht selten ist, dass einzelne Journalisten auf eigene Rechnung dem Endkunden gegenüber publizistisch tätig werden; in der Regel werden immer noch Verlage als Mittler tätig. Denen nennt der Journalist einen Netto-Preis plus MWSt und weiß, dass in seiner Tasche nur der Netto-Betrag ankommt. Vielleicht führt die Tatsache, dass bei Flattr kein Vorab-Preis gesetzt wird, dazu, dass der fällige USt-Abzug erst spät in der Transaktion bemerkbar wird und deshalb für Unmut beim Empfänger führt.

    Der, dem die MWSt erst einfällt, wenn der Umsatz gemacht ist, begeht einen Kalkulationsfehler (viele Unternehmensgründer vergessen durchaus, die MWSt in der Preiskalkulation für ihre ersten Businesspläne zu berücksichtigen…). Aber mir ist schon klar, dass Dir das klar ist.

  14. wiegold schreibt:

    @H.Wilker

    Endlich einer, der mich versteht 😉

    In der Tat, genau darauf läuft es hinaus – ich habe vermutlich zu sehr aus der Binnensicht argumentiert. Also: Bei Flattr-Eingängen (nicht Einnahmen!) um die 20 Euro ist der entsprechende Aufwand aus meiner Sicht – und das ist natürlich alles sehr subjektiv hier – zu hoch. Wären es ein paar hundert Euro oder sogar mehr, sähe es ganz anders aus.

    (Dass ich so gesehen zu wenig einnehme, so haben mir hier einige Kommentatoren nahegelegt, sei halt mein Problem. Yep, ist so. Aber genau so ist auch die Entscheidung, ob ich Flattr nutze oder nicht, allein meine Sache. Einige gereizte Vorhalte kann ich deshalb nicht nachvollziehen.)

    Und: ja, Journalisten, die sich direkt vom Leser bezahlen lassen, sind in Deutschland eine bislang recht seltene Art.

  15. Andreas Moser schreibt:

    Ich mache es jetzt anders: Wem mein Blog gefällt, der darf mir ein Buch von meiner Wunschliste – http://andreasmoser.wordpress.com/books-my-wishlist/ – schicken. Ich werde es zum Dank dafür in meinem Blog besprechen.

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  18. Ralf schreibt:

    Vielleicht muss man sich einfach noch mal den Begriff MICROpayment durch den Kopf gehen lassen um zu sehen wo der Fehler ist. Flattr rechnet mit Kleinbeträgen im niedrigen zweistelligen Bereich. Da ergeben selbst Gebühren in Höhe von 10% auch nur sehr kleine Beträge. Irgendwo muss aber auch Flattr kostendeckend arbeiten, mit geringeren Gebühren wäre dies dann wahrscheinlich nicht zu erreichen. PayPal hingegen ist für große Beträge ausgelegt, dementsprechend sind die Gebühren deutlich geringer.
    Ich kann es verstehen wenn jemand Flattr den Rücken kehrt weil das Verhältnis von Einnahmen zu Gebühren nicht stimmt. Dann muss man sich aber auch eingestehen das man auf das falsche System gesetzt hat. Wer mit hohen Einnahmen rechnet, der ist mit PayPal besser bedient. Bei geringen Einnahmen ist Flattr die bessere Wahl.
    Rechnet man noch Faktoren wie Steuern rein, muss man zu der Aussage kommen: Flattr ist nicht schlecht, jedoch für mich das falsche Modell.

    Was mich allerdings erstaunt, ist der Umstand das du bei deiner Beispielrechnung nur 2% deiner Einnahmen wieder verteilst. Wenn alle Flattr-Nutzer so denken, dann muss das System kippen. Denn das würde bedeuten, dass die Mehrheit (deutlich über 90%) lediglich einzahlt.
    Würden alle Flattr-Nutzer mindestens 10% ihrer Einnahmen wieder an andere Flattr-Nutzer verteilen, wäre der Gesamtgewinn aller Flattr-Nutzer höher, was der Attraktivität des Systems zu gute kommen würde.
    Im Grunde genommen geht es erst einmal darum, die im Flattr-System im Umlauf befindliche Geldmenge nach oben zu bringen. Denn die Gewinne des Einzelnen steigen mit der im Umlauf befindlichen Geldmenge.
    Leider sehen die meisten Nutzer in Flattr lediglich einen Weg um persönliche Gewinne zu erwirtschaften und vergessen den Gemeinschaftsgedanken vollkommen. Dadurch ist dieses System (leider) zum Scheitern verurteilt weil viele aufgrund zu geringer Gewinne frühzeitig wieder aussteigen.

    Und hier komme ich immer wieder zum Fazit: Ihr habt es schlichtweg nicht kapiert. Flattr ist keine Geldmaschine, sondern eine langfristige Investition.

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  20. Anon schreibt:

    Wenn ich das richtig sehe, hast du auch noch nicht die Gebühren berücksichtigt, die die Flattrer bezahlen, wenn sie ihr flattr-Konto aufladen. Die Gesamtkosten, also Gebühren beim Aufladen, dann die Kosten von Flattr selbst und die Kosten beim Abheben des Flattr Guthabens sind für mich übrigens der Grund gewesen, dem System den Rücken zu kehren.

    Ich bin übrigens nur Bezahler gewesen, ich hab selbst kein Blog.

  21. egghat schreibt:

    20% für Micropayment sind MEHR als akzeptabel. Wenn du Minisummen über Paypal (oder andere) zahlst, ist das tendenziell eher höher. Und dann hast du einen Haufen Einzelsummen zum Verbuchen … Viel Spaß damit 😉

    Außerdem: Das MwSt Problem hast du immer, egal wie bezahlt wird. Was das in einer Diskussion über Micropayment soll, verstehe ich nicht so ganz … Aber da bin ich ja nicht der erste …

    Das Problem ist nicht Flattr, das Problem ist nicht die zu hohe Provision (Apple nimmt 30% für den Appstore), das Problem sind einfach zu wenige Leser, die zahlen wollen und zu wenige Leser, die dort überhaupt mitmachen. Und daran haben nicht zuletzt auch die Autoren eine gewisse Mitschuld, weil sie sich nicht um neue Flatterer bemühen …

  22. zeilenknecht schreibt:

    Mit Blick aufs „Geschäftsmodell“ (so das je eins sein könnte) fände ich es interessant, wieviel Prozent der Leser einen flattr-Beitrag hinterlassen haben oder umgerechnet wieviel Klicks wären etwa für z.B. 200 Euro im Monat nötig (über die Monate hinweg lässt sich ja vielleicht ein belastbarer Durchschnittswert ermitteln). Das noch ins Verhältnis zur Zeit für das Verfassen der Beiträge (es wird ja keine Zweitverwertung sein) und schon gäbe es noch eine wahrscheinlich recht ernüchternde Zahl.
    Mit Nüchternheit lebt es sich aber wenigstens stabiler als mit Hype. Laienhafte Frage: Gibt es schon Paywall-Modelle für Kleinanbieter/Blogger, um etwa einen längeren ersten Absatz öffentlich zu stellen und für den Rest etwas zu verlangen? Oder liegen da die Transaktionskosten auf Apfel-Niveau?

  23. JoBa schreibt:

    Ich bin immer wieder verblüfft, dass die Leute Flattr-Gelder nicht haben wollen, weil „das ja nichts bringt“, „da ja doch kaum was kommt“, „zu kompliziert ist“, usw.

    * Glaubt ihr denn, ihr würdet dieses Geld von mir auf anderem Wege überhaupt erhalten? *

    Ihr glaubt doch nicht wirklich, dass ich für jeden von euch eine Überweisung ausfülle oder bei jedem ein Abo für die Paywall abschließe?

    Wenn es überhaupt ein Problem mit Flattr gibt, dann, dass bisher nur wenige Leute mitmachen.
    Ich bin dankbar, dass ich Gelegenheit habe, Kulturschaffenden eine Münze in den Hut zu werfen.
    Wenn dabei (noch) nicht genug zum Leben heraus kommt ist das schade. Wenn ihr aber lieber ganz darauf verzichten wollt, bitte.

  24. Pingback: Geschäftliches « Lars Reineke

  25. sd schreibt:

    @egghat: „Das Problem ist nicht Flattr, das Problem ist nicht die zu hohe Provision (Apple nimmt 30% für den Appstore), das Problem sind einfach zu wenige Leser, die zahlen wollen und zu wenige Leser, die dort überhaupt mitmachen.“

    Das sehe ich ganz anders. Mich stoert als Konsument an appstore und aehnlichen nicht, dass ich ein paar dollar fuer eine app ausgebe. Mich stoert aber sehr wohl, dass davon nur 70% bei denen ankommt die es verdient haben, aber 30% an einen Konzern gehen der dafuer keine wirkliche leistung erbringt, ausser das angebot zu verknappen.

    Fuer mich war ein wichtiger grund nicht bei flattr mitzumache, als reiner einzahler, das am ende fast nix bei den blogs oder projekten ankommt. (ein anderer ist sorge um annonymitaet, ich wuerde nicht gern haben wenn meine zahlungen zu herrn Wiegolds erstblog bekannt wird. Sich ueber verteidigungspolitik zu informieren ist ja nicht besonders gesellschaftsfaehig in deutschland)

    @ralf
    „Im Grunde genommen geht es erst einmal darum, die im Flattr-System im Umlauf befindliche Geldmenge nach oben zu bringen. Denn die Gewinne des Einzelnen steigen mit der im Umlauf befindlichen Geldmenge.“
    Die gewinne erhoehen sich nur wenn mehr geld reinfliesst, wenn mehr im umlauf ist, laeuft nur mehr um, es sei denn einer faengt an es rauszuziehen und loest eine welle davon aus. Im zweifelsfall ist aber der fiskus der einzige der in jedem fall mehr gewinne macht wenn mehr geld umlaeuft, schliesslich ist die umsatzsteuer ja auch faellig wenn die einnahmen weitergeflattert werden.

    • wiegold schreibt:

      Hui….
      „(ein anderer ist sorge um annonymitaet, ich wuerde nicht gern haben wenn meine zahlungen zu herrn Wiegolds erstblog bekannt wird. Sich ueber verteidigungspolitik zu informieren ist ja nicht besonders gesellschaftsfaehig in deutschland)“

      hm. Abgesehen davon, dass man auch anonym flattrn kann (so habe ich das System jedenfalls verstanden), überrascht mich das jetzt ein wenig. Wenn es schon nicht besonders gesellschaftsfähig ist, was über Verteidigungspolitik zu lesen – was bedeutet das dann für den, der darüber schreibt? …

  26. MartinP schreibt:

    Ich kann nachvollziehen, dass Flattr Ihnen zu viel Aufwand bereitet, als dass es sich für Sie als Einnahmequelle lohnen würde. Von daher habe ich Verständnis, dass sie keine Flattr-Buttons mehr einbinden wollen. Ich verstehe allerdings nicht, warum Sie Ihren Flattr-Account auflösen. Das ist, als würden Sie Ihre Kredit-Karte abgeben, weil Sie zu wenig damit verdienen.

    Flattr ist eben eine Möglichkeit, anderen Leuten etwas in den Hut zu werfen. Meiner Meinung nach muss man damit leben, wenn am Ende des Monats weniger im eigenen Hut landet, als man selbst ausgegeben hat.

    Ich publiziere nichts, bin hauptsächlich Konsument. Also mache ich durch Flattr natürlich nur Verlust. Aber ich gebe gerne etwas zurück an die unzähligen Podcasts und Blogs, die mir viele Stunden Unterhaltung und Information bieten. Das ist im Moment nicht viel (5 Euro im Monat), aber ich studiere noch.

    Insofern finde ich es schade, dass Ihnen die Angebote anderer Leute offenbar nicht einmal 2 Euro im Monat wert sind.

    (Vielleicht täusche ich mich ja, und Sie spenden auf anderem Wege. Aber egal, das ist Ihre Sache und geht mich im Grunde nichts an.)

  27. sd schreibt:

    Gerade sehe ich, dass meine antwort von voriger woche nicht hier ist, vermutlich war meine etwas unzuverlaessige verbindung in eine cafe dafuer mitverantwortlich (oder ich war einfach mal wieder zu duselig die ‚absenden‘ taste zu druecken).

    Auch muss ich mich fuer den schlecht geschriebenen kommentar entschuldigen, da war ich wohl etwas zu uebernaechtigt.

    Es war bei weitem nicht so harsch gemeint, wie es sich oben liest. Allerdings wuerde ich sicher nicht in einem kommentar auf ihren erstblog meinen klarnamen stehen sehen. Potentielle arbeitgeber wissen ja mitlerweile wie man google bedient.

    Das interesse in diese thematik wird eben sehr gerne als ein hinweis auf einen waffen-spinner, rechts-aussen, xenophoben oder heranwachsenden gesehen. Auch differenzierte oder ambivalente aussagen sind da kritisch.

    Zu flatr, was mir ueberhaupt nicht klar bei flatr war: kann durch das flatrn verschiedener unterschiedlicher blogs ein profil erstellt werden.

    „Wenn es schon nicht besonders gesellschaftsfähig ist, was über Verteidigungspolitik zu lesen – was bedeutet das dann für den, der darüber schreibt? …“
    Als journalist, haben sie immer eine gute begruendung weshalb sie sich mit der materie beschaeftigen. Zumindest in der oeffentlichkeit, wie es in redaktionen etc aussieht ist eine andere frage, die mich sehr interessiert. („nimm lieber nicht de Fuer einige ist nur eine fundamental pazifistische position akzeptabel, waehrenn, der bringt immer nur so kontroverse themen, nimm lieber den der so herzlich ueber streichelzoos schreiben kann.“ — ich hoff das ist nur meine pesimistisch gefaerbte phantasie) Sie werden ja hoffentlich nicht beim bundespressebal geschnitten. (Blogger zu sein macht es vermutlich aber auch nicht leichter.)

    ps.: mir ist uebrigens sehr unangeneh, dass zwar meine emGerade sehe ich, dass meine antwort von voriger woche nicht hier ist, vermutlich war meine etwas unzuverlaessige verbindung in eine cafe dafuer mitverantwortlich (oder ich war einfach mal wieder zu duselig die ‚absenden‘ taste zu druecken).

    Auch muss ich mich fuer den schlecht geschriebenen kommentar entschuldigen, da war ich wohl etwas zu uebernaechtigt.

    Es war bei weitem nicht so harsch gemeint, wie es sich oben liest. Allerdings wuerde ich sicher nicht in einem kommentar auf ihren erstblog meinen klarnamen stehen sehen. Potentielle arbeitgeber wissen ja mitlerweile wie man google bedient.

    Das interesse in diese thematik wird eben sehr gerne als ein hinweis auf einen waffen-spinner, rechts-aussen, xenophoben oder heranwachsenden gesehen. Auch differenzierte oder ambivalente aussagen sind da kritisch.

    Zu flatr, was mir ueberhaupt nicht klar bei flatr war: kann durch das flatrn verschiedener unterschiedlicher blogs ein profil erstellt werden.

    „Wenn es schon nicht besonders gesellschaftsfähig ist, was über Verteidigungspolitik zu lesen – was bedeutet das dann für den, der darüber schreibt? …“
    Als journalist, haben sie immer eine gute begruendung weshalb sie sich mit der materie beschaeftigen. Zumindest in der oeffentlichkeit, wie es in redaktionen etc aussieht ist eine andere frage, die mich sehr interessiert. („nimm lieber nicht de Fuer einige ist nur eine fundamental pazifistische position akzeptabel, waehrenn, der bringt immer nur so kontroverse themen, nimm lieber den der so herzlich ueber streichelzoos schreiben kann.“ — ich hoff das ist nur meine pesimistisch gefaerbte phantasie) Sie werden ja hoffentlich nicht beim bundespressebal geschnitten. (Blogger zu sein macht es vermutlich aber auch nicht leichter.)

    ps.: mir ist uebrigens sehr unangeneh, dass zwar meine email addresse von diesem kommentar nur ihnen zugaenglich sein sollte, aber wordpress meinen doch recht eindeutigen avatar (vermutlich von gravatar) holt und ohne meine zustimmung einzuholen mitpostet.ail addresse von diesem kommentar nur ihnen zugaenglich sein sollte, aber wordpress meinen doch recht eindeutigen avatar (vermutlich von gravatar) holt und ohne meine zustimmung einzuholen mitpostet.

    pps.: ich hoffe, das ich das blog nicht zuspamme, ich hab wieder verbindungsprobleme, und beim senden gibt es timeouts, daher versuche ich erneut zu senden. sollte es doch durchgekommen sein, und mehrfach auftauchen bitte ich das zu entschuldigen.

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