Explosion in Kabul? Twitter, selbstrefenziell…

Da hatte Twitter doch seinen CNN-Moment erlebt – als auf dem Kurznachrichtendienst Meldungen, wenn auch zunächst unbestätigt, über den Tod von Osama bin Laden deutlich vor den Meldungen in den großen TV-Networks liefen. Aber zwei Tage später wurde an einem kleinen Beispiel deutlich, wie sich Twitter-Nachrichten auch im Kreis drehen können und durch das massive Re-Tweeten eine Nachrichtenspirale entsteht, die dann in sich zusammenfällt…

Um kurz nach Mitternacht am 3. 4. Mai, Kabul Ortszeit (noch am 3. Mai in Deutschland, deswegen das scheinbar falsche Datum), jagte auf Twitter eine Meldung über eine große Explosion in der afghanischen Hauptstadt die nächste. Journalisten in Kabul hatten den großen Schlag gehört, vermeldeten auf Twitter, dass sie nach dem Anschlagsort suchen. Und nach zwei Stunden schien recht klar, dass nichts dran war. Ich habe mal die wesentlichen Twitter-Meldungen dieser zwei Stunden auf Storify zusammengestellt:

http://storify.com/thomas_wiegold/kabul-explosion-may-3/

Für all‘ die Twitter-Kritiker, die sich jetzt bestätigt fühlen, ein abbkühlender Hinweis: alle diese beteiligten Journalisten in Kabul haben zwar ihre Infos auf Twitter ausgetauscht – aber keine Nachricht für die normalen Medienkanäle daraus gemacht. Dass es kurzzeitig auch bei herkömmlichen Medien auftauchte, hat damit zu tun, dass diese Medien den Twitter-Stream aufgegriffen haben…

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Thomas Wiegold
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