Wenn der Regierungssprecher twittert…

… wird es Journalisten unbehaglich?

Seit einigen Wochen ist Regierungssprecher Steffen Seibert auf Twitter präsent. Und heute macht in der Social Media-Szene die Nachricht die Runde, wie sich Seiberts Stellvertreter Christoph Steegmans ein bisschen lustig darüber macht, dass die Berliner Parlamentsjournalisten damit so ihre Probleme haben.

(Aus gegebenem Anlass füge ich hier mal eine Disclosure ein: Ich bin selbst Journalist und Mitglied der Bundespressekonferenz. Das für all‘ die, die jetzt meinen Berufsstand pauschal beschimpfen…)

Nun gut. Da das Bundespresseamt den Text ohnehin frei zugänglich in diesem Internet veröffentlicht hat, kann man die Diskussion in der Bundespressekonferenz vergangene Woche dazu ja mal zitieren:

FRAGE: Herr Dr. Steegmans, muss ich mir in Zukunft einen Twitter-Account zulegen, um über relevante Termine der Bundeskanzlerin informiert zu werden? Ich beziehe mich konkret auf die Ankündigung des Regierungssprechers, dass die Bundeskanzlerin in die USA reist.

SRS DR. STEEGMANS: Im Informationsgeschäft wissen Sie: Viel hilft viel.

Ich glaube nicht, dass wir bislang Ihnen gegenüber mit Informationen geizig gewesen sind und dass jemand, der von Ihnen an eine Information herankommen wollte, am Ende überrascht wurde, dass wir irgendwelche anderen Kanäle bevorzugt bedient hätten. Als professioneller Kunde unseres Hauses gehen wir natürlich davon aus, dass Sie alle bei Twitter eingeloggt sind. Sagen wir es umgekehrt: Wir fänden es nicht schlecht, wenn Sie bei uns Kunde wären.

ZUSATZFRAGE: Diese Twitter-Nachrichten haben einen Nachrichtenwert. Sie sind auch durchaus schon in Mitteilungen aufgegangen. Der Nachrichtendienst Twitter ist nicht sicher. Ich habe vorhin im Internet nachgeschaut. Es gibt zahlreiche Beispiele für Fälschungen von Schauspielern, so Beispiel Martina Gedeck bis hin zum Dalai Lama. Kann ich davon ausgehen, dass das, was dort getwittert wird, wirklich sicher ist? Das kann ja durchaus Folgen haben.

Wenn es mir gestattet ist, darf ich einen Satz des ehemaligen Bundesinnenministers zitieren, der in einem Interview sagte: „Wer mit Twitter seine stündlichen Bewegungen der Öffentlichkeit mitteilt, kann nicht erwarten, dass der Staat ihn vor der Erstellung von privaten Bewegungsprofilen schützt.“ Es ist also auch eine Frage der Sicherheit. Ist die Sicherheit in diesem Fall gewährleistet?

SRS DR. STEEGMANS: Das, was technisch möglich ist, haben wir gewährleistet. Wir wissen um die Risiken des Internets. Sollte irgendjemand Zweifel haben, ob eine Twitter-Nachricht des Regierungssprechers echt ist, empfehle ich einen kurzen Anruf beim CvD. Grundsätzlich ist unsere Erfahrung, dass dieser Twitter-Dienst sehr gerne angenommen sind. Da wir nicht nur ein Presseamt, sondern auch ein Informationsamt der Bundesregierung für alle Menschen in Deutschland sind, hielten wir es für richtig, diesen Weg zu wählen.

FRAGE: Herr Dr. Steegmans, ich wüsste gerne, wann die Mitteilung über den Besuch der Bundeskanzlerin offiziell vom Bundespressamt mitgeteilt worden ist.

SRS DR. STEEGMANS: Ich müsste das nachschauen. Da einer der Chefs vom Dienst jetzt zuschaut, bitte ich herzlich um eine SMS. Ich bin auch nicht sicher, ob dieser Weg hundertprozentig sicher ist. Aber ich habe Vertrauen darin, dass ich schnellstmöglich Datum und Uhrzeit per SMS geliefert bekomme.

ZUSATZFRAGE: Die Frage ist: Kann es sein, dass außer über Twitter über diese USA-Reise im Juni nirgendwo berichtet wurde? Das ist ja eine andere Qualität. Wenn Herr Seibert twittern will, weil er Zeit hat, ist das alles gut und schön. Aber das geht ja bis hin zu der Frage, wozu man dann noch Chefs vom Dienst braucht, wenn Herr Seibert die Termine twittert.

SRS DR. STEEGMANS: Sie wollen doch in Wahrheit wissen, ob es eine Benachteiligung ist, dass eine Information möglichweise statt über den CvD-Verteiler über Twitter herausgegangen ist. Nein, diese Auffassung teilen wir nicht.

ZURUF: Ich will wissen, ob es Termine nur über Twitter bei Ihnen gibt oder ob das ein ergänzendes Angebot ist.

SRS DR. STEEGMANS: Das ist ein ergänzendes Angebot. Die Information an sich war auch auf Anfrage im Bundespresseamt schon vorher erhältlich. Aber wir haben, weil es eine tagesaktuelle Berichterstattung gab, auch noch diesen Weg gewählt.

ZURUF: Wenn ich korrigieren darf: Das stimmt nicht. Es wurde dementiert. Es gab irgendwann einmal eine Meldung. Das Bundespresseamt hat durch Herrn Seibert erklärt: Es gibt noch keine Vereinbarung über den Besuch. Der nächste Info-Schritt war das Twittern von Herrn Seibert, und danach gab es keine Informationen mehr. Deswegen meine Frage: Ist Twitter ein offizielles Mitteilungsorgan des Regierungssprechers, der Bundeskanzlerin, der Bundesregierung oder eine Ergänzung?

SRS DR. STEEGMANS: Zum Zeitpunkt dieses „irgendwann einmal“, an das ich mich auch noch erinnere, gab es noch keinen Informationsstand, der mitteilenswert gewesen wäre. Zum Zeitpunkt der Twitter-Nachricht von Steffen Seibert war die Information belastbar, die Entscheidung gefallen. Zu diesem Zeitpunkt war die Information auch auf Anfrage bei uns abrufbar. Insofern erkenne ich keinen Widerspruch.

Ich habe eben schon einmal gesagt, was den Informationsgehalt der Twitter-Nachrichten angeht: Wer immer Zweifel hat, dass irgendetwas nicht stimmt, kann sich in Minutenschnelle rückversichern. Dementsprechend wüsste ich kein Problem oder keinen Widerspruch zu nennen, den wir an irgendeiner Stelle auflösen müssten.

FRAGE: Ich möchte meine Einschätzung dazu in eine Frage kleiden, die in die gleiche Richtung der Frage geht: Es ist schon eine wichtige Unterscheidung. Wurde im Bundespresseamt geprüft, ob man offizielle Mitteilungen, offizielle Einschätzungen und Mitteilungen über Termine über den Internetnachrichtendienst Twitter oder zeitgleich über die bisherigen Wege per Mail oder per Fax verteilt?

Für uns ist per Mail von Vorteil, weil für die Agenturen ‑ in die Richtung geht sicher auch die Frage der Kollegen ‑ schon eine wesentliche Rolle spielt, ob man als Korrespondent täglich 24 Stunden lang den Twitter-Nachrichtendienst verfolgen sollte. Das ist sicher unbenommen so; da haben Sie wahrscheinlich recht. Dennoch: Ist die Informationspflicht des Bundespressamtes sozusagen darüber dann gewährleistet? Oder überlegt man sich, nicht auch in Zukunft die Parallelität sicherzustellen?

SRS DR. STEEGMANS: Was die Parallelität angeht, so bemühen wir uns grundsätzlich immer, den Kreis, von dem wir glauben, dass er unserer Erfahrung nach auf Anfrage oder aufgrund von Gepflogenheiten von uns bedient werden muss, selbstverständlich mit Informationen zu bedienen. Wir denken aber auch, dass es ein gewisses Spannungsverhältnis zwischen einem Informationsangebot und einer Informationslieferung gibt.

Sie werden es umgekehrt von uns auch kennen, dass wir manchmal Ihnen gegenüber Informationen auf Anfrage herausgeben ‑ beispielsweise telefonisch ‑, den großen Verteiler aber erst in Anspruch nehmen, wenn wir das Informationsangebot auch umfassender zusammengestellt haben ‑ beispielsweise nicht nur Tage, sondern auch Uhrzeiten und Orte nennen können ‑ und Sie anschließend über den großen Verteiler beliefern.

Ich denke, dieses Spannungsverhältnis kann eine Medienlandschaft auch ertragen. Es ist auch nicht so, dass, wenn eine Agentur bei mir anruft und etwas erfragt, ich anschließend von mir aus hingehen und alle anderen Nachrichtenagenturen mit der Begründung anrufen und sagen müsste: Aus Gründen der Chancengleichheit müsst ihr über die Information, die der Kollege XY gerade abgefragt hat, natürlich auch informiert sein.

Ich glaube, es würde Ihnen auch nicht umgekehrt gefallen. Ich finde, dass wir deshalb gut beraten sind, dass diejenigen, die sich für Twitter interessieren, Twitter abonnieren, dass diejenigen, die glauben, dass es für eine solide Information ausreicht, auf die E-Mail-Verteiler des Bundespressamtes zugreifen, selbstverständlich nur dort angemeldet sein können und dass diejenigen, die es vorziehen, über die Informationen, die wir aktiv von uns aus versenden, minutiös auf dem Laufenden zu sein und ihrer Praxis weiter frönen und per Telefon fragen, ob es etwas Neues gibt. Wir werden dafür bezahlt. Wir machen das gerne.

FRAGE: Herr Dr. Steegmans, als älterer Mensch, der mit diesen neumodischen Kommunikationsformen nicht so vertraut sind, eine grundsätzliche Frage: Hat es irgendwann einmal vonseiten des Bundespressamtes einen Hinweis darauf gegeben, dass nun auch über Twitter wichtige Informationen verbreitet werden und man sich möglicherweise als Kunde oder Follower ‑ ich weiß nicht, wie das dort heißt ‑ anmelden müsste?

SRS DR. STEEGMANS: Meinem Kenntnisstand nach ja. Ich reiche aber gerne nach, ob Sie auf dem Verteiler waren. Ich bin mir sehr sicher, dass wir es schon allein aus Eigeninteresse gemacht haben.

FRAGE: Noch ein Versuch, Herr Dr. Steegmans. Halten Sie es konkret für diesen Termin wirklich für angemessen ‑ auch vor dem Hintergrund, dass Präsident Obama wenige Tage vorher zwar seinen ersten offiziellen Staatsbesuch in Europa absolviert, aber nicht nach Deutschland kommt ‑, dies mit zwei verkürzten Sätzen per Twitter der Öffentlichkeit mitzuteilen?

SRS DR. STEEGMANS: Ich erkenne jedenfalls kein Problem darin.

FRAGE: Herr Dr. Steegmans, in dieser Woche hat sich Herr Seibert auf Twitter ‑ ich nenne es einmal so ‑ einen kleinen Schlagabtausch mit Volker Beck geliefert. Ist geplant, dass der Regierungssprecher künftig immer einmal wieder reagieren wird? Es kann ja jeder twittern. Ich habe Sie so verstanden, dass Sie über Twitter auch Bürger und nicht nur uns Journalisten erreichen wollen. Wird das wirklich ein richtiges Kommunikationsmittel des Regierungssprechers werden, um die Regierungspolitik in die Bevölkerung zu kommunizieren?

SRS DR. STEEGMANS: Erstens sage ich ganz frei, dass ich Sie nicht nur als Journalistin, sondern auch als Bürger erreichen möchte.

Zweitens glaube ich, dass wir dort die Ausnahme erlebt haben, die die Regel bestätigt. Es kann immer wieder vorkommen. Es hängt von der Situation ab.

Ich darf Ihnen umgekehrt sagen, dass wir nach diesen Gelegenheiten nicht ausdrücklich suchen. Aber wenn sich die Gelegenheit ergibt, dass über einen solchen schnellen Informationsaustausch an einen recht großen interessierten Kundenkreis Informationen weitergereicht werden können, werden wir das weiter tun. Wir leben in einer Informationsgesellschaft. Wir wissen um die Herausforderungen, dass verschiedene Generationen verschiedenartig mit Technik und Informationswegen umgehen. Wir halten uns im Bundespressamt seit Jahren regelmäßig auf dem Laufenden, was das Nutzerverhalten von elektronischen Medien und speziell dem Internet über die Jahre angeht, wie es sich entwickelt, was es für Zu- und Abneigungen gibt und wo technische Verbraucherschwierigkeiten liegen. Ich glaube aber, dass wir in Zeiten, wo sich insbesondere jüngere Menschen nachweislich weniger für Politik interessieren, gut beraten sind, neue und unkonventionelle Wege zu beschreiten.

FRAGE: Herr Dr. Steegmans, wird es eine neue Gepflogenheit, dass man Reisepläne Land für Land telefonisch im Bundespressamt abfragt? Wie kommt man zu der Möglichkeit, zu erfahren, wann die Bundeskanzlerin beabsichtigt, wohin zu reisen?

SRS DR. STEEGMANS: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich, wann immer ein Korrespondent ein politisches Feld bearbeitet, regelmäßig angerufen und gefragt werde, was demnächst ansteht: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass, wann immer jemand etwas gehört hat, er oder sie bei mir anruft und das verifiziert oder darum bittet, kurz Bescheid zu geben, wenn sich etwas weiteres ergibt. Das ist mein Tagesgeschäft. Ich würde das nicht als neue Entwicklung betrachten, sondern ich glaube, das ist die Grundlage unserer Arbeit; Ihrer wie meiner.

ZUSATZ: Wieder etwas gelernt. ‑ Danke!

FRAGE: Herr Dr. Steegmans, nehme ich es richtig wahr, dass Sie dafür werben, dass wir Kunden oder Abonnenten von Twitter werden? Sie haben ganz bewusst zwischen Informationsangebot und Informationslieferung unterschieden. Heißt das, Sie wollen einen Mehrwert für diesen Dienst zurückbehalten? Nur dann lohnt es sich ja, Abonnent zu werden.

SRS DR. STEEGMANS: Nein. Da hätten Sie mich ausdrücklich falsch verstanden, Herr Leifert. Ich habe gesagt: Wenn Sie das Gefühl haben, dass möglicherweise hin und wieder über Twitter irgendetwas verbreitet wird, was Sie noch nicht wussten, dann glaube ich, dass Sie ein Eigeninteresse haben ‑ also nicht meinem Interesse folgen, sondern ein Eigeninteresse haben ‑, dass Sie sich diesen zusätzlichen Informationskanal erschließen. Die Entscheidung, ob Sie das tun oder nicht, liegt ausschließlich bei Ihnen. Ich habe ausdrücklich kenntlich gemacht, dass Sie dort nahezu keine Information erhalten ‑ ich will nicht ausschließen, dass dort irgendwann einmal ein Adjektiv gebraucht wird, das wir an der einen oder anderen Stelle so nicht gebraucht haben ‑, die Sie nicht auch auf anderem Weg erhalten könnten.

Umgekehrt glaube ich, dass es Informationen gibt, die nicht ausschließlich zuerst über Medienverteiler, sondern auch in der Direktkommunikation zur Verfügung gestellt werden dürften.

FRAGE: Abweichend von der normalen Praxis, kann ich Sie einfach darum bitten, in Ihrem Amt vielleicht noch einmal die verschiedenen Aspekte prüfen zu lassen, die damit einhergehen? Denn wenn man diese Kommunikationswege geht ‑ da schließe ich mich sicherlich den anderen Agenturkollegen an ‑, dann greift das tief in unsere Arbeitsabläufe ein. Wenn es da ein Sicherheitsproblem gibt, dann hilft der Hinweis „wenn Sie Zweifel haben, können Sie ja anrufen“ uns als Agenturen nicht weiter. Denn wenn das eine autorisierte Verbreitungsquelle des Bundespresseamtes ist, dann werden wir „zuschlagen“, und dann werden wir im Zweifelsfall auch mit einer falschen Meldung „zuschlagen“. Das kann nicht im Interesse Ihres Ministeriums sein. Da berufe ich mich ausdrücklich auch auf das, was der Kollege zur Sicherheitsfrage gesagt hat. Ich denke, man sollte dazu sicherlich die verschiedenen Aspekte nachuntersuchen.

SRS DR. STEEGMANS: Sie wissen aber auch, dass nicht einmal ausgeschlossen werden kann, dass auch Internetseiten gehacked werden, obwohl dort unsererseits auch sehr viel Aufwand getrieben wird, um das sicherzustellen?

ZURUF: (ohne Mikrofon; akustisch unverständlich)

SRS DR. STEEGMANS: Das stimmt. Ich nehme die Anregung auch sehr gerne mit. Was die Zuverlässigkeit der Technik angeht, kann ich von hier aus jetzt keine abschließende Bewertung vornehmen. Was die Zuverlässigkeit der Information angeht, habe ich einen einfachen Weg aufgezeigt, wie man da auf der sicheren Seite sein kann. Ich glaube, dass auch in einem sehr schnellen Nachrichtengeschäft die zwei Minuten für ein Telefonat allemal noch drin sind.

FRAGE: Herr Steegmans, ich habe die Ankündigung, dass Herr Seibert twittert, verpasst. Könnten Sie mir sagen, seit wann er das macht? Macht nur er das, oder twittern Sie auch?

SRS DR. STEEGMANS: Es sind ein paar Wochen; ich habe jetzt das genaue Startdatum nicht da. Die Kollegen sind dran. Es sind Pi mal Daumen ein paar Wochen.

Ich mache das nicht. Wir sind an dieser Stelle der Linie erlegen, dass es vernünftig ist, dass es ein authentischer Absender ist. Dann finde ich es auch konsequent, dass das der Regierungssprecher macht und nicht der Stellvertreter.

FRAGE: Offen ist ja noch die Frage, ob die Sicherheitsanforderungen überprüft wurden. Hat Herr Seibert das gemacht, weil er ein junger tougher Typ sein will? Wurde das durch diesen ganzen BND-, BKA- und sonstigen Apparat „durchgerattert“, und am Ende stand, das können wir machen, da können wir auch Regierungs-, Kanzlertermine herausgeben, das ist eine sichere, seriöse Quelle, oder ist das einfach nur mal aus Lust und Laune heraus erfolgt?

SRS DR. STEEGMANS: Die technischen Abläufe, soweit wir die Informationen von unseren Geräten aus einspeisen, sind so weit sicher, dass wir sichergehen können, dass nicht irgendwie umgekehrt, während wir Informationen einspeisen, fremde Daten in unser Netz gelangen. Das ist die Sicherheitstechnik, die sich in unserem Zuständigkeitsbereich befindet.

Dann haben wir die Sicherheitstechnik, über die die Informationen auf die Nutzermasken kommen. Diese Sicherheitstechnik befindet sich per definitionem nicht in unserem Zugriffsbereich. Da auch Staatsoberhäupter anderer Staaten diese Technik nutzen, ist es, glaube ich, ein eingeführtes politisches Medium. Da wir die Einführung dieses Mediums für uns vorbereitet haben und wir in dieser Vorbereitungsphase nicht auf eine offenkundige Anzahl von Missbrauchsfällen mit unabsehbaren Folgen gestoßen sind, glaube ich, dass man ein solches kommunikatives Medium auf jeden Fall nutzen kann.

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Über wiegold

Thomas Wiegold
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103 Antworten zu Wenn der Regierungssprecher twittert…

  1. opalkatze schreibt:

    Kopf ==> Tisch. Ich fass es nicht –

    • Golgarian schreibt:

      Mir gehts genauso.

      Aber ich habe zum Glück rechtzeitig das Kissen gezückt, das immer unter meinem Schreibtisch liegt. Der Kontakt meines Kopfes mit der Tischkante passiert mir sonst zu häufig. 🙂

    • Marc schreibt:

      Sehr sehr schön. Das sind mir schon so Pappköpfe, diese Journalistentruppe, welche dem Bleisatz nachhängen. Die, in den Fragen und Zwischenrufen gezeigte Mentalität bestätigt mich darin, so weiterzumachen wie bisher:

      Politische und andere Informationen in erster Linie aus den relevanten Blogs, von Twitter und sonstwoher zusammen holen. Klappt ganz prima, die Printausgabe der Tageszeitung kommt eh nur Samstags und dient weniger der „Information“, als dem Anzünden unseres Holzofens.

  2. Falk Lüke schreibt:

    Ich brech zamm. Greatarty.

  3. Mela schreibt:

    Herr Herr Dr. Steegmans, die Nachrichten werden nun nicht mehr ordentlich per Pferdeboten, sondern über den Telegrafen zugestellt. Ich meine, das ist ja gar nicht das gleiche Papier, wie das auf dem sie die Nachricht geschrieben haben. Ist diese Information dann auch wirklich belastbar?

  4. Mathias Richel schreibt:

    Das sitzt sie. Unsere schöne neue Medienwelt. Und schwitzt ins Mongram-Hemd.

  5. Da muss man sich ja schämen!
    PS: Journalist, 60, Blog, Twitter, Facebook. Und Totes-Holz-Zeitungsleser.
    Geht also!

  6. Falk Ebert schreibt:

    Fremdscham.

  7. Daniel Schultz schreibt:

    Gängige Mailprogramme können mit RSS-Feeds umgehen. Man müsste sich als noch nicht einmal bei Twitter anmelden. Aber nun ja…

    https://twitter.com/statuses/user_timeline/234343491.rss

  8. me schreibt:

    Und morgen sind die BPK-Journalisten alle Follower von Angie_Merkel 😉

  9. Gregor Keuschnig schreibt:

    Dass jemand diese lächerlichen Fragen überhaupt beantwortet und nicht einfach aufsteht, ist schon bemerkenswert. Wann gibt es eine PK über die Farbe des Toilettenpapiers?

  10. DFranzenburg schreibt:

    Schön fand ich ja das hier:
    „SRS DR. STEEGMANS: Ich müsste das nachschauen. Da einer der Chefs vom Dienst jetzt zuschaut, bitte ich herzlich um eine SMS. Ich bin auch nicht sicher, ob dieser Weg hundertprozentig sicher ist. Aber ich habe Vertrauen darin, dass ich schnellstmöglich Datum und Uhrzeit per SMS geliefert bekomme.“

    Denke ‚mal, dem SRS Dr. Steegmans war das ganze auch etwas, naja, kurios. Oder so.

  11. chickenhawk schreibt:

    Diese jungen Leute von heute wissen ja gar nicht, wie gut es ihnen geht und wie schwer das Leben früher war.

    In meiner Jugend mussten wir die 140 Zeichen einer Twitter-Nachricht noch einzeln mit Galltinte auf grobe Pappdeckel schreiben und im Winter bei minus 20 Grad durch knietiefen Schnee stapfend persönlich beim Twitteramt in der Kreisstadt vorbeibringen.

    • Golgarian schreibt:

      Ganz zu schweigen von der fiesen Arbeit im Sommer, als ihr die Pappdeckel aus diversen … hergestellt habt, oder?

  12. Mithos schreibt:

    Was Daniel Schultz schreibt. Anmeldung bei twitter ist nicht nötig. Man muss lediglich die Seite https://twitter.com/RegSprecher oder den genannten RSS-Feed abrufen.

    m(

    Die BPK ist inzwischen offenbar eine Fortbildungs-Veranstaltung für den deutschen Qualitätsjournalismus.

  13. tageswahn schreibt:

    Habe irgendwie das Gefühl, als ginge es den zauseligen Medienvertretern eher darum herauszufinden, ob Sie nun etwas verpassen, oder etwas an Ihnen vorbeigeht – sie demnach nicht mehr die bevorzugten Ansprechpartner sein könnten, anstatt um die blosse Aufklärung Ihrer Fragen. Lauter Befindlichkeiten in den Subtexten. Kann mich aber auch irren….

  14. rachel lindenbaum schreibt:

    wow. mit meinen medialen und technischen kompetenzen bin ich dann also dem größten teil der journaille in der bpk weit voraus. erwäge berufsfeldwechsel von der texterin zur modernen journalistin. kenne twitter.

    (kaum auszumalen, wenn der seibert nun auch noch ein facebook-profil… besser nicht drüber nachdenken.)

  15. »Paula« schreibt:

    Wäre lustig, wenn’s nicht traurige Realität wäre…

  16. stefan hennewig schreibt:

    Oh Mann … da hat sich Herr SRS Dr. Steegmans aber wirklich Schmerzensgeld verdient.

    Kein Wunder, dass das BPA nur begrenzt web 2.0 Angebote macht, wenn sich die Kollegen von den Journalisten der BPK dann immer so verhauen lassen müssen…

    Welche TZ-Abos kann ich denn jetzt noch kündigen … mal schauen …

  17. mahrko schreibt:

    Habe auch darüber bloggen müssen. 😉

    Meiner Meinung nach gibt es 2 Arten von Verweigerern:
    a) ich bin alt, ich mag das neumodische Schnickschnack nicht…

    Ich werde wohl bald einen Dienst anbieten, der Tweets ausdruckt und dann für 2,99 EUR pro Tweet per Fax verschickt.

    b) wenn die Regierung jetzt direkt zum gemeinen Volk spricht, dann werd ich ja unnütz…..das darf nicht passieren

    http://blog.mahrko.de/2011/03/28/unsere-hauptstadtkorrespondenten-brauchen-dringend-einen-twitter-kurs/

    @Rachel: neee nee Facebook nicht. Die sind böse, die sammeln ja Daten, geht garnicht.

  18. fakirsessel schreibt:

    ich bin mir ziemlich sicher, dass diese diskussion – im übertragenen sinne, aber in der sache eins zu eins – auch bei erfindung des buchdrucks stattgefunden hat.

  19. Bastian schreibt:

    Ohne das irgendwie werten zu wollen: Ich arbeite seit 4 Jahren im politik(-nahen) Medienbetrieb und behaupte mal, dass das ein normaler Tag im Leben eines Pressesprechers ist. Und zwar nicht nur ggü den Journalisten. Ich wage mir nicht vorzustellen, wie das Feedback im BPA intern war. („…aber das haben wir noch nie so gemacht!“)

  20. chickenhawk schreibt:

    Interessant ist übrigens die Liste der 14 Accounts, deren Follower @RegSprecher offiziell ist:

    http://twitter.com/RegSprecher/following

    Davon sind, wenn ich richtig gezählt habe, nicht weniger als 9 von Twitter verifizierte Accounts (erkennbar am weißen Haken im blauen Kreis). So eine Verifizierung wäre an sich schon wünschenswert, nur leider wird das wohl von Twitter grundsätzlich nicht mehr angeboten.

  21. fakirsessel schreibt:

    (kleiner nachtrag):
    spannend ist ja auch die änderung des vorzeichens bei der wahrnehmung von twitter durch die klassische journaille:
    2010: twitter als nicht ernstzunehmendes sammelsurium nicht enden wollender belanglosigkeiten
    2011: twitter als unsicheres medium, das besser nicht als quelle wichtiger informationen genutzt werden sollte.

    ein besseres zeugnis als diesen paradigmenwechsel kann man einem medium kaum ausstellen.

  22. JoSchaefers schreibt:

    @Falk: Schlage Gedenkminute vor. Oder eine Mahnwache vor der nächsten djv/verdi-Vertretung.

  23. Weirdo Wisp schreibt:

    m(

  24. angela schreibt:

    Bewundernswert souverän, wie Dr. Steegmans die Fragen dieser gekränkten Journalisten beantwortet.

    Andererseits… Die Frage, ob man garantieren könne, dass Seiberts Tweets auch wirklich von ihm stammen, sind nicht ganz unberechtigt. Man stelle sich das vor, er wird gehackt und der Hacker verbreitet irgendeinen Spam oder krude politische Statements. und alles wird fleißig von den Agenturen aufgegriffen. – Ich würde Herrn Seibert empfehlen, niemals „sign in with Twitter“ anzuklicken. Auch wenn die Apllication noch so drollig ist.

  25. wilczynski1 schreibt:

    Na sowas auch! Und die Erde ist eine Scheibe…. Noch Fragen?? 😀

    • c0r3nn schreibt:

      Aber natürlich ist die Erde eine Scheibe (die auf 4 Elefanten ruht. Diese wiederum stehen auf der Sternenschildkröte Groß-A’Tuin, die durchs Multiversum gleitet 😉 )

  26. Fabian schreibt:

    Immer dieses Restrisiko!

  27. Klaus Schaumberger schreibt:

    Gute Nacht Deutschland – die 4. Macht im Staat – ich kriege Angst vor dieser Kompetenz

  28. Sam Seaborn schreibt:

    Es hat ja schon was vom Loriot. Herr Mueller-Luedenscheid. Herr Dr. Kloebner……

  29. Rudolf schreibt:

    Ich glaube, die wahren Idioten sitzen nicht in der Politik, sondern in den Redaktionsbüros.

  30. Gerald Fricke schreibt:

    Ach Gottchen, der „Schlagabtausch“ mit Volker Beck… Ich glaube aber, Herr Seibert hat Twitter auch nicht wesentlich besser „verstanden“ als diese überforderten Journalisten. Mich nervt, dass ein Regierungssprecher schreibt wie ein 12jähriger mit Fausthandschuhen, der auf den Bus wartet, dass er spricht und nicht zuhört, dass er pampig mit Nicht-Prominenten umgeht und dass sich seine 10.000 Folger mit Tweets ohne erkennbaren inhaltlichen oder sprachlichen Ehrgeiz einfach so zufrieden geben:
    http://geraldfricke.posterous.com/46369748
    Oder?

  31. Jott schreibt:

    Seiberts Account ist tatsächlich noch nicht von Twitter verifiziert worden (Im Gegensatz zu dem seiner internationalen Kollegen). Das muss doch das erste sein, was man in die Wege leitet… Offiziell geht das laut Twitter nicht mehr, aber:

    „In der Zwischenzeit verifizieren wir weiterhin einige uns vertraute Quellen, wie Werbeagenturen und Twitter Partner. Wenn du ein Vertreter einer uns bekannten Werbeagentur oder eines Partners bist, kontaktiere bitte deinen Account Manager für weitere Updates.“ (http://bit.ly/u43vf)

    Einer Regierung sollte das schon gelingen…

  32. Frank Krings schreibt:

    „…heisst das, das wir uns jetzt auch einen Twitter-Account zulegen müssen?“ Wenn Journalisten das im Jahre 2011 aufgrund des Reg_Sprecher erstmals merken… Schlaft weiter!

  33. Autor schreibt:

    Twitter ist ein privat-wirtschaftliches Unternehmen, warum ist es so hipp und modern diese viel zu kurzen Kommunikationsmöglichkeiten einzusetzen? Als ob gewöhnliche Homepages hierfür unzureichend wären. Unser Staat sollte nicht auf jeden Trend aufspringen um sich bei den Bürgern anzubiedern, gerade dann nicht wenn ein kapitalorientierter Konzern davon profitiert. Aber was solls, sowas gehört quasi als I-Tüppfelchen zur restlichen Politik dazu. Es ist wirklich unerträglich wie die Regierung mit den Journalisten umspringt, alleine schon wie Guttenberg versuchte die Presse unter Kontrolle zu behalten als er noch Minister war, das ist unsere Demokratie! Die wirklichen Informationen gibts nur noch per VIP Karte im Cafe Einstein bzw. im privaten Hinterzimmer, nichts mit Transparenz.. Das ist einfach nur traurig und das wird uns von einer Katastrophe in die nächste führen.

    • Oliver schreibt:

      > Twitter ist ein privat-wirtschaftliches Unternehmen, warum ist es so hipp
      > und modern diese viel zu kurzen Kommunikationsmöglichkeiten einzusetzen?
      > Als ob gewöhnliche Homepages hierfür unzureichend wären. Unser Staat
      > sollte nicht auf jeden Trend aufspringen um sich bei den Bürgern anzubiedern,
      > gerade dann nicht wenn ein kapitalorientierter Konzern davon profitiert.

      Der überwiegende Teil ist Privatwirtschaftlich. Verzichtest du deshalb auf’s Fax, Telefon oder gar auf das schicken von Briefen, weil die involvierten Unternehmen Gewinnerzielungsabsichten haben?

      • Autor schreibt:

        Stimmt da hast Du nicht unrecht, so habe ich das noch nicht gesehen.

      • VonFernSeher schreibt:

        Er hat aber recht mit dem Teil, dass man keine Informationen exklusiv über einen Kanal verteilen sollte, über den man keine Kontrolle hat. Hat hier keiner die Twitter-AGB gelesen?

    • Frank Krings schreibt:

      @Autor: „nichts mit Transparenz“? Aber was ist denn noch transparenter als ein Twitter-Account? Um den zu lesen muss man weder registriert noch eingeloggt sein. Und wg „privatwirtschaftlich“ – wäre Twitter für Sie dann ok, wenn es ein deutsches Staatsunternehmen wäre? Am besten noch mit öffentlich-rechtlichem Twitter-Beirat u.ä. Proporz?

      • Autor schreibt:

        Jedes Ministerium, fast jeder Politiker hat eine Homepage und jedermann kann sich darauf genauso gut informieren. Aus meiner Sicht ist Twitter daher überflüssig.

      • DFranzenburg schreibt:

        Stimmt zwar, daß jedes Ministerium, fast jeder Politiker eine Homepage hat und jedermann kann sich darauf genauso gut informieren kann.

        Aber: Bis ich alle Websiten aller Ministerien und Politiker durch bin, um zu sehen was es neues gibt, braucht es eine ganze Weile.

        Aus meiner Sicht ist Twitter daher keinesfalls überflüssig!

      • VonFernSeher schreibt:

        @DFranzenburg
        Es gibt aber noch einen kleinen Unterschied zwischen „keinesfalls überflüssig“ und dem alleinseeligmachenden Kommunikationskanal. Wenn es Infos auch über Twitter gibt, ist das sehr gut. Wenn es Infos nur noch über Twitter gibt (und das scheint ja im Beispiel der Fall gewesen zu sein), ist das bescheuert.

      • DFranzenburg schreibt:

        @VonFernSeher
        In der PK ist Twitter ausdrücklich als zusätzlicher Informationskanal genannt worden.

        Und was die Merkelschen Reisepläne anbelangt: Die waren schon einige Zeit vor dem Tweet bekannt gegeben worden.

        Zitat: „Im konkreten Fall hätten die Kollegen die entsprechende Nachricht allerdings schon am Vorabend bei SPIEGEL ONLINE nachlesen können.“
        Quelle: http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,753789,00.html

      • VonFernSeher schreibt:

        @DFranzenburg
        Wie schrie das Tintenfischkind auf dem Fahrrad: „Meine Angst ist nicht rational.“

        Es geht mir nicht um Angelas Reisepläne, sondern um die Vermutung oder vielleicht auch nur irrationale Angst der Journalisten, Twitter könnte zum exklusiven Kanal werden. Im Weiteren finde ich persönlich es im Prinzip positiv, das es @RegSprecher gibt. Ich folge ihm zwar nicht, weil mich der Stil nervt, aber ich bekomme ja von meinen zuverlässigen Quellen die wichtigen Tweets übermittelt;)

  34. JoSchaefers schreibt:

    Andererseits… Die Frage, ob man garantieren könne, dass Seiberts Tweets auch wirklich von ihm stammen, sind nicht ganz unberechtigt.

    @angela: Aber sicher doch. Schlicht schon deshalb, weil ein Tweet kaum einzige Grundlage einer Nachricht sein sollte. Zumindest nicht für einen Journalisten, der seinen Job auch nur halbwegs ernst nimmt.

    Als Pointer hingegen sind Tweets hingegen wunderbar (auch für Journalisten). Wer mehr wissen will (oder muss), kann anschließend ja zum Telefon greifen und sich auf den bekannten Wegen mit weiterführenden Informationen versorgen.

    Das Problem, das viele Kollegen wittern, ist schlicht der Informationvorsprung des gemeinen Volkes (von mir aus auch die Verwirrung durch Falschinformationen, geschenkt). Eine Neuigkeit ist nun einmal keine mehr, wenn sie schon Stunden zuvor von der Quelle höchstselbst über das Internet verbreitet wurde. Dabei wird übersehen, dass die Aufgabe eines Journalisten die Bewertung und Einordnung von Informationen ist, nicht das bloße Aufkochen und Umformatieren von Pressemitteilungen.

    Und was einen Hack/Fälschungen betrifft: Es sollen ja schon Journalisten auf gefälschte Faxheader/und Mails reingefallen sein …

    @Jott: Genau.

    @Frank_Krings: Die gute Nachricht: Sie müssen nicht einmal! Notfalls reicht es die Verlags-IT zu bitten, relevante Feeds ins Mailpostfach zu pipen (oder auszudrucken, falls man für das Feuilleton arbeitet …). Recherche wird ja ohnehin überbewertet.

    @Autor: Der „Trend“ ist inzwischen 5 Jahre alt, wurde oft totgeschrieben und erfreut sich trotz allem steigender Beliebtheit.

    Letztendlich gilt für Regierungssprecher wie für Journalisten gleichsam: Man muss den Bürger/Leser abholen. Bedeutet: Die Wege und Kanäle nutzen, die auch der Bürger/Leser nutzt und nicht warten, dass vorbeikommt.

    Man kann sich neuen Kommunikationsformen natürlich auch trotzig verweigern, als Berufskommunikator hat man dann aber seinen Job verfehlt. Kein Problem, es gibt auch Jobs, wo man nicht kommunizieren muss: Auf dem Finanzamt, oder an der Hotline von Telekommunikationsunternehmen. Moment, warte mal …

    • VonFernSeher schreibt:

      Und als Regierungssprecher hätte man seinen Beruf verfehlt, wenn man Informationen nicht auf mehreren, unabhängigen Kanälen übermittelt.

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  39. Dieter Klemke schreibt:

    Ja, ja Twitter verändert die Welt. Aber verbessert es die Informationskultur?
    Da gibt’s keine Vertraulichkeit mehr, irgendeiner kann immer „das Wasser nicht halten“.
    Egal ob Ausschusssitzung oder oder Fraktionsbesprechung, einer prescht vor.
    Es entsteht eine schier unauflösbare Mischung aus „Informationsschrott“ und „Informationsgold“ – und wer weiß immer was nun gerade geliefert wird.
    Es wird schwieriger werden eine Information auf Wahrheit und Klarheit hin zu beurteilen. Die rückversicherung wird ein neuer Standard werden müssen.
    Totale Transparenz und exzessive Schnelligkeit bringen eben nicht nur (und keinesfalls für alle) Vorteile.

    • Sebastian Kahl schreibt:

      Was ist so schlimm daran, von den Bürgern Medienkompetenz zu fordern? Es werden vielleicht hier und da die Leute vorschnell auf eine Meldung vertrauen, dann aber schnell eines Besseren belehrt werden. Sich seiner Quellen sicher zu sein und die Nachricht auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen sollte nicht erst seit Twitter Eigenschaft eines kritisch eingestellten Bürgers unserer Informationsgesellschaft sein. Wie sie in Ihrem letzten Satz schon richtig anmerken, wer da nicht mithalten kann hat eben verloren und kann bei den Informationen bleiben, die am Folgetag in den Tageszeitungen stehen.

  40. Andreas Habicher schreibt:

    Gütiger Himmel.

  41. PickiHH schreibt:

    @Thomas
    Weißt Du ob Journalisten anwesend waren, die anderer Meinung waren und dies auch ihren Kollegen gesagt haben? Oder sind die allesamt so?

    • wiegold schreibt:

      @PickiHH
      Ich war selber nicht da, weiß das also nicht.

      Und: sind die allesamt so? Natürlich nicht. Ich gehöre schließlich auch dazu und sehe, vielleicht bin ich naiv, mit gewissem Erstaunen das massive Journo-Bashing. Hey, es gibt Hauptstadtjournalisten, die schreiben Blogs (Plural), twittern und sind auf Facebook…

  42. Peter schreibt:

    Ich finde die öffentlichen Debatten/Diskussionen bei Twitter gut, das sollten die viel öfter machen.

    Als „Pointer“ find ich Twitter auch ok, zB auf die Webseite der Regierung auf der eine neue Nachricht aufgetaucht ist oä. Als Kanal für Regierungsnachrichten halte ich Twitter aber nicht geeignet, da es dazu zwingt die Nachrichten (noch weiter) zu verkürzen. Mir geht der ganze verkürzte Ticker-Schwachsinn jetzt schon aufn Geist, da muss nicht noch die 140-Zeichen-Begrenzung greifen.

    Dass einige (selbsternannte Qualitäts-)Journalisten Angst vor Twitter haben ist ja klar, und dass das Internet böse ist ja sowieso – das Informationsmonopol ist gebrochen. Die Antwort darauf müsste ja eigentlich „Qualität und Recherche“ lauten, aber scheinbar lautet es nur „copy, paste und Panik“.

    In einem Punkt muss ich den Journalisten aber dann doch Recht geben: Einen Twitter-Account einzurichten, nicht anzukündigen und dann dort exklusiv Nachrichten zu verbreiten ist schon ziemlich frech. Ich weiß auch nicht was der Sinn dahinter sein soll, Nachrichten exklusiv über Twitter zu verbreiten. Eventuell hat Seibert nur vergessen daraus auch ne normale Meldung zu machen, aber in Ordnung find ich das nicht.

  43. Georg schreibt:

    Herr Dr. Steegmanns, sollte man Twitter, Facebook und das ganze neumodische Zeugs nicht besser verbieten? Man liest ja so viel von den schlimmen Gefahren dieser elektronischen…. Dinge. Und andererseits hat man ja noch nie davon gehört, dass eine Schreibmaschine gehackt worden wäre.

  44. Sammelmappe schreibt:

    Das ist tatsächlich ernst gemeint?

    • rawls schreibt:

      Ich glaube bei den Fragestellern handelt es sich um ausgesprochen professionelle Trolle. ^^

  45. LVZ schreibt:

    Klingt irgendwie so wonka.

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  49. Thomas Langkabel schreibt:

    Vielen Dank für diesen erhellenden Einblick in die mentale Verfasstheit eines – ich befürchte großen – Teils der Hauptstadt-Journalisten. Wo kämen wir denn da hin, wenn die Öffentlichkeit plötzlich „jenseits des Dienstweges“ über die BPK Informationen erhält? Und wieso sollen Veteranen des deutschen Politik-Journalismus plötzlich genötigt werden, diesen ganzen neumodischen Netz-Mist zu nutzen?

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  51. legoyourego schreibt:

    Die ewig gestrigen tummeln sich in allen Schichten. Aber sich dann umgekehrt über so etwas amüsieren:
    Kinder fragen Politiker nach dem Internet: http://www.youtube.com/watch?v=wM1xs1jDcis

    Ich erinnere mich noch gut an meine aktive Redaktionszeit, als Pressemitteilungen handgeschrieben ins Haus flatterten und ich die Pressesprecher sämtlicher Vereine im Ort erziehen musste, emails zu schreiben, wenn sie Wert darauf legten, dass ihr Schützenfest auch im Veranstaltungskalender erscheint. Einigen hab ich sogar beigebracht, wie man Pressemitteilungen so schreibt, dass man sie 1:1 übernehmen kann. (Natürlich nicht unter meinem Kürzel.) Über twitter wäre ich damals dankbar gewesen.

  52. Pingback: Seibert, Twitter und die Bundespressekonferenz « … Kaffee bei mir?

  53. Claus schreibt:

    Na, das ist ja mal schön, wie einig sich hier alle sind.

    Wie alle fast im eigenen Geifer über die unfassbar fortschrittsfeindlichen Holzmedienvertreter ersticken.

    Versuchen wir doch mal eine Minute lang konzentriert nachzudenken und alle Klischees und Pauschalisierungen und Vorverurteilungen hinwegzuschieben und mal sachlich nachzudenken.

    Vielleicht fällt das leichter, wenn man vom Fall Twitter weggeht, der ja offensichtlich so viele Emotionen auslöst, sondern auf andere Kommunikationsformen abstellt.

    Nehmen wir mal an, alle hier Geifernden würden jeden Morgen an der Pinnwand in ihrem Unternehmen/ihrer Argentur/ihrem wasweißichwosiearbeitenwennsienichtwittern ihre Dienstpläne vorfinden – oder in ihrem Treppenhaus die Nachricht des Hausmeisters, dass morgen der Gasableser kommt, oder in der Mail (ja, kenn ich auch, bin modern) die Ansage des Betriebsrats, der immer über Mail schrieb: „Morgen streiken wir!“

    Und irgendwann erfahren Sie:
    Gestern war der Gasmann da. Gestern wurde gestreikt. Gestern hattest du Spätdienst und hast gefehlt.

    Weil die Info jetzt auf ihre Mailbox kam. Oder per Anruf. Aber nur zwischen 14 und 17 Uhr. Oder per Telegramm, was sie sich abholen hätten müssen. Hat Ihnen aber keiner gesagt. Tja, da waren Sie aber dumm, dass Sie nicht von selbst mal zur Post gegangen sind. Telegramme gibt’s doch schon seit 150 Jahren!!!!

    Mannmannmann. Ich gebe zu, die Leute in der Fragerunde haben sich vielleicht ein bisschen viel und lang aufgeregt.

    Aber dass da vielleicht auch ein winzigklitzkleines berechtigtes Anliegen drin steckt – das könnte man erkennen – wenn man erkannt hat, dass sich vielleicht darum hier so viele auf eine einzig richtige Erkenntnis einigen können, weil das alles ist, was in ihren Tunnelblick hineinpasst.

    • Basani schreibt:

      Danke Claus, dass Du Dich hier ins Feuer gestellt hast, obwohl alle „ach so modernen“ und „Journalisten sind alle so scheiße“-Vorurteilsvertreter sich hier wieder gegenseitig hochschaukeln.
      Ich sehs genauso. Die Fragen der Journalisten waren durchaus berechtigt,
      denn die Regierung hat da offenbar mal eben beschlossen, wichtige Infos jetzt
      ab und zu auch mal per Twitter rauszuhauen, ohne dass die Journalisten, die diese Infos für ihre Arbeit brauchen, vorher darüber ausreichend informiert wurden.
      Ohne, dass die Journalisten jetzt genau wissen, wann wichtige Infos per Twitter kommen und wann auf anderen Kanälen.
      Ohne, dass klar ist, nach welchen Kriterien die Regierung ihre Kommunikationskanäle wählt.
      Und ohne, dass Herr Stegmann die Bedenken ausräumen konnte, dass sich bei Twitter leichter und schneller Fehlinformationen verbreiten.
      (Es geht hier nicht um Promigerüchte, sondern um potentiell folgenreiche politische Nachrichten!)
      Was einige hier als cool und engelsgeduldig seitens Steegmann feiern, ist finde ich eher reines Ausweichen und eigenes Versäumnis für absurd halten.
      Als Beispiel erinnere ich mal an zu Guttenbergs Erklärung zu seiner Doktorarbeit, die er an den Hauptstadtjournalisten vorbei gab, nur „für ausgewählte“ Journalisten, zeitgleich mit der Regierungspressekonferenz, so dass ihm niemand eine kritische Frage stellen konnte.
      Das zeigt, was draus werden kann, wenn die Regierung ihre Infos unplanbar nach eigenem Gustu in die Welt rausbläst – und dabei kritische Journalisen umgeht – und sich dann noch als technisch modern hinstellen kann.
      Natürlich spricht nichts dagegen, dass die Regierung twittert, Merkels Videobotschaft kritisiert ja auch niemand, aber die Informationspolitik der Regierung muss klar, planbar und quellensicher sein.
      Das zumindest kritisch zu hinterfragen – ist der Job der Journalisten!das
      wziemlich unangekündigt, ziemlich unregelmäßig (= schwer vorherplanbar)

    • Basani schreibt:

      Danke Claus, dass Du Dich hier ins Feuer gestellt hast, obwohl alle „ach so modernen“ und „Journalisten sind alle so scheiße“-Vorurteilsvertreter sich hier wieder gegenseitig hochschaukeln.
      Ich sehs genauso. Die Fragen der Journalisten waren durchaus berechtigt,
      denn die Regierung hat da offenbar mal eben beschlossen, wichtige Infos jetzt
      ab und zu auch mal exklusiv (!) per Twitter rauszuhauen, ohne dass die Journalisten, die diese Infos für ihre Arbeit brauchen, vorher darüber ausreichend informiert wurden.
      Ohne, dass die Journalisten jetzt genau wissen, wann wichtige Infos per Twitter kommen und wann auf anderen Kanälen.
      Ohne, dass klar ist, nach welchen Kriterien die Regierung ihre Kommunikationskanäle wählt.
      Ohne, dass Herr Stegmann selber so genau weiß (oder zumindest sagt), wie genau Twitter jetzt seitens der Regierung / Hr. Seiberts genutzt wird.
      Und ohne, dass Herr Stegmann die Bedenken ausräumen konnte, dass sich bei Twitter leichter und schneller Fehlinformationen verbreiten.
      (Es geht hier nicht um Promigerüchte, sondern um potentiell folgenreiche politische Nachrichten!)
      Was einige hier als cool und engelsgeduldig seitens Steegmann feiern, ist finde ich eher reines Ausweichen und eigene-Versäumnisse-für-absurd-halten.
      Und dann noch zu erklären – „Sie können ja hier minütlich anrufen, um Infos zu bekommen“ – ist arrogant.
      Als Beispiel erinnere ich mal an zu Guttenbergs Erklärung zu seiner Doktorarbeit, die er an den Hauptstadtjournalisten vorbei gab, nur „für ausgewählte“ Medienvertreter (im wesentlichen Kameraleute ohne Redakteure…) , zeitgleich mit der Regierungspressekonferenz, so dass ihm niemand eine kritische Frage stellen konnte.
      Das zeigt, was draus werden kann, wenn die Regierung ihre Infos unplanbar nach eigenem Gusto in die Welt rausbläst – und dabei kritische Journalisen umgeht – und sich dann noch als technisch modern hinstellen kann.
      Natürlich spricht nichts dagegen, dass die Regierung twittert, Merkels Videobotschaft kritisiert ja auch niemand, aber die Informationspolitik der Regierung muss AUCH für Journalisten klar, planbar und quellensicher sein.
      Das zumindest kritisch zu hinterfragen – ist der Job der Journalisten – und nichts anderes haben sie mit den Fragen getan! Wenn sie’s nicht täten, wer das Bashing auch wieder groß.

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  55. Philipp schreibt:

    Omg. Erschütternt. Kopf => Tisch, Tisch, Tisch. OMG.

  56. idd schreibt:

    Muss ehrlich sagen: Klar, stellen sich einige Medienvertreter dumm an, aber solange über den Twitter-Account von Seibert nicht nur die offiziellen Bekanntmachungen gehen, sondern auch persönliche Aufrufe (Japanspende, bevor sich die Bundeskanzlerin oder die Regierung dazu geäußert hatte, es war auch keine öffentliche Bekanntmachung der Regierung) oder Diskussionen (wie letztens mit einem Grünen-Politiker über Brüderle) darf Twitter nicht das einzige Medium für Bekanntmachungen sein, leicht geht mal eine wichtige Nachricht unter, wenn man nicht die Zeit hat, 24h/Tag alle Nachrichten live mitverfolgt.

    Auch kann es nicht sein, dass es keinerlei Info darüber gibt, dass öffentliche Bekanntmachung teilweise nur noch über Twitter zugänglich sind und somit die bisher offiziellen Kanäle abgewertet werden, ohne darüber zu informieren.

  57. uknaus schreibt:

    Manueller Posterous-Trackback: http://uknaus.posterous.com/47754926

  58. gedankencoaching schreibt:

    Naja… Ich denke gegen die Informationspolitik der japanischen Regierung sind das hier wohl ehr…Peanuts!

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  71. vernon schreibt:

    Nun ja inzwischen hat man es ja mal geschafft den Account verifizieren zu lassen.
    Davor fand ich das auch nicht sehr professionell. Es gab dann ja auch in null komma nichts zwei Regsprecher und Atomforum_ev bzw. Tepco haben ja schon gezeigt, dass man einen Fake Account auch so gut führen können, dass auch durch aus Leute darauf reinfallen.

    Ich denke wie so oft im Leben macht der Ton die Musik.
    Hätte man vorher genau überlegt was man alles dort verbreitet, ob das zeitgleich oder früher als in der BPK statt findet und den Account rechtzeitig verifiziert und offiziell angekündigt wäre die Reaktion auch eine andere gewesen.

    • VonFernSeher schreibt:

      Für eine Verifizierung eines Twitterkontos, das keine finanzielle Verbindung zu Twitter hat, war das Ganze recht schnell. Die Professionalität eines Twitterkontos hängt doch wohl kaum von der Zeit ab, die sich Twitter beim Verifizieren lässt.

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