Berliner Profis twittern nicht.

Es ist schon fast eine Ewigkeit her, nämlich seit Mittwochabend vergangener Woche, dass ich der Würdigung von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg als Politiker des Jahres zusah (Über die Mischung aus Armani und Konrad Adenauer habe ich nur kurz was geschrieben, weil dann die Rücktritte von Staatssekretär und General über mich hereinbrachen und anderes Vorrang hatte).

Aber ich wollt‘ doch noch was ganz anderes erzählen. An jenem Abend nämlich wurde nicht nur der Politiker des Jahres geehrt, sondern auch diverse Polit-Kommunikations-Kampagnen – so der bisherige FDP-Bundesgeschäftsführer und jetzige Entwicklungs-Staatssekretär Hans-Jürgen Beerfeltz für die Kampagne der Liberalen zur Bundestagswahl.

Und bei der Ehrung gab’s natürlich die unvermeidliche Frage nach Twitter . Waren ja alles so genannte Kommunikationsprofis anwesend. Beerfeltz nutzte natürlich während des Wahlkampfes auch schon mal den Microblogging-Dienst, hörte aber im Juli damit auf. Und warum? Es ist mir zu banal, zu twittern, was ich zu Mittag gegessen habe.

Das kann man so sehen, und ein altgedienter Haudegen wie der FDP-Mann kann das so sagen.

Und die ganzen anwesenden so genannten Kommunikationsprofis, diese teuer bezahlten Lobbyisten und PR-Agenturmenschen und Politikberater: Die beklatschten Beerfeltz‘ Aussage. Fast mehr als die Kampagne, für die er einen Preis bekam.

Mag ja sein, dass Profis Twitter entdeckt haben. Aber Berliner Profis twittern nicht.

 

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Thomas Wiegold
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2 Antworten zu Berliner Profis twittern nicht.

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  2. Horatio schreibt:

    Ich twittere nicht mehr, weil ich mein Kennwort verbaselt habe.
    Ist ganz schön so auch…

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